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	<description>Ich brauch das alles nicht. Weniger ist mehr.</description>
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		<title>&#8230; was seither geschah.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Apr 2022 11:26:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das mit dem LangsamLeben ist nicht immer einfach, wenn das Haus brennt. Im Jahre 1 n. Corona, d.h. 2020, blieb ich einfach am Schreibtisch sitzen. Und baute das Handbuch Klimakrise auf 700 Seiten aus. Als ich danach wieder aufstand, moserte...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lebelieberlangsam.de/was-seither-geschah">&#8230; was seither geschah.</a> erschien zuerst auf <a href="https://lebelieberlangsam.de">LebeLieberLangsam.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image is-resized">
<figure class="alignright size-medium"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="240" height="300" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-240x300.jpg" alt="" class="wp-image-856" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-240x300.jpg 240w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-819x1024.jpg 819w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-768x960.jpg 768w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-1229x1536.jpg 1229w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-1638x2048.jpg 1638w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-1040x1300.jpg 1040w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-640x800.jpg 640w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/matteo-catanese-vZ3uBD5r1Rs-unsplash-scaled.jpg 2048w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" /><figcaption class="wp-element-caption">slow down &#8211; unsplash/Matteo Catanese</figcaption></figure></div>


<p>Das mit dem <em>LangsamLeben</em> ist nicht immer einfach, wenn das Haus brennt.</p>



<p>Im Jahre 1 n. Corona, d.h. 2020, blieb ich einfach am Schreibtisch sitzen. Und baute das <em>Handbuch Klimakrise</em> auf 700 Seiten aus. Als ich danach wieder aufstand, moserte &#8211; oh Wunder &#8211; mein Rücken. Kann ich nicht weiterempfehlen.</p>



<p>Ab 2020 war ich drei intensive Jahre lang Mitglied im Koordinierungskreis des <em>Zukunftsrat Hamburg</em> und war dort federführend u. a. an der <a href="https://www.zukunftsrat.de/unsere-stellungnahme-zum-klimaplan-des-hamburger-senats/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stellungnahme zum Hamburger Klimagesetz/Klimaplan</a> sowie am <em><a href="https://www.zukunftsrat.de/wp-content/uploads/201103_Hamburger_Zukunftsmanifest.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hamburger Zukunftsmanifest</a></em> beteiligt. Letzteres existiert auch in <a href="https://www.zukunftsrat.de/wp-content/uploads/210930_Hamburger_Zukunftsmanifest_in_leichter_Sprache.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Leichter Sprache</a>.</p>



<p>Derweil habe ich in Bezug auf die existenzielle Ökokrise einige weniger umfangreiche Webprojekte ins Leben gerufen, die als Fortführungen von <em>LebeLieberLangsam </em>gelten dürfen, darunter das <em><a href="https://klimanifest.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Klimanifest</a></em>, <em><a href="https://klimafragen.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Klimafragen.com</a></em> und <em><a href="https://leitlinien4future.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">leitlinien4Future.de</a></em>.</p>



<p>&#8222;Wie kann es weitergehen, damit es weitergehen kann?&#8220; &#8211; Diese &#8218;Mutter aller Fragen&#8216; versuche ich seither zu beantworten. Dazu habe ich eine neue Grunderzählung über unser Selbstverständnis als Menschen geschrieben: <em><a href="https://eineneuegeschichtederzukunft.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Eine neue Geschichte der Zukunft.</a> Wer wir sind. Wo wir herkommen. Wer wir künftig sein können. </em>sowie eine ganze Anzahl von Essays, die im <em><a href="https://handbuch-zukunft.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Handbuch Zukunft</a></em> zusammengefasst sind. </p>



<p>Mein Zukunftsrat-Mitstreiter und Freund Wolfgang Lührsen (BUND Hamburg) und ich haben gemeinsam die Handreichung <em><a href="https://sprache-macht-zukunft.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">SPRACHE MACHT ZUKUNFT</a> &#8211; Ein klimagerechtes und zukunftsfähiges Vokabular</em> verfasst. Hier lautet der Grundgedanke, dass wir Menschen noch gar nicht die richtigen Begriffe haben, um in Worte zu fassen, was Sache ist. Und psychologisch ausgedrückt: Was man nicht in Worte fassen kann, kann man auch nicht erklären, nicht verstehen und erst recht nicht emotional begreifen. Außerdem schöpfen wir aus unseren vielen Politiker:innengesprächen, die wir für den Zukunftsrat Hamburg geführt haben und zeigen eine ganze Reihe von typischen Gesprächsfallen auf, die zu umgehen sehr hilfreich ist, möchte man die:den andere:n erreichen.</p>



<p>Und schließlich habe ich noch das Muße-Projekt <em><a href="https://musik-und-klimakrise.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">musik-und-klimakrise.de</a></em> bzw. <a href="https://klimasongs.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><em>klimasongs.d</em>e</a> ins Leben gerufen, bei dem ich </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>sowohl eine umfangreiche Sammlung von Klimakrisensongs &#8211; thematisch angesiedelt im Bereich „Überlebenskrise der Menschheit“ samt „Klimakrise“ und „Massenaussterben“ &#8211; präsentiere als auch </li>



<li>den Stand der Zukunftsfähigkeit der Musikbranche dokumentiere </li>
</ul>



<p>und bei dem auf diese Weise meine musikwissenschaftliche Forschung mit meiner Arbeit als Zukunftsaktivist zusammenbringe.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p>Auch wenn ich derzeit sicher nicht so <em>langsam </em>lebe, wie ich es selbst gerne würde und mir vorgenommen habe, bin ich &#8211; relativ zu meiner sozialen Umgebung gesehen &#8211; sicher <em>in einem deutlich unterdurchschnittlichen Lebenstempo</em> unterwegs. </p>



<p>LLL hat mich persönlich vorangebracht in Sachen Langsamkeit&#8230;, ohne LLL gäbe es kein <em>Handbuch Klimakrise</em> etc. pp.</p>



<p>Und ich bin sicher, dass dem <em>Langsamleben </em>die Zukunft gehört:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Unsere Gesellschaften der frühindustrialisierten Nationen stehen &#8211; so sie den Zivilisationskollaps umgehen wollen &#8211; <em>jetzt, sofort und heute! </em>vor tiefgreifenden, sämtliche Lebensbereiche erfassenden gesamtgesellschaftlichen Transformationen. </li>



<li>Wir haben nicht im eigentlichen Sinne ein &#8222;Klimaproblem&#8220;, sondern ein <em>Gesellschaftsproblem</em>: Viele von uns verkennen, dass wir Menschen in Symbiose mit allem Lebendigen leben und dass die derzeitige (ökonomische) Steigerungslogik weltfremd bzw. naturgesetzwidrig sind. <em>Symptome </em>dieses Befundes sind die existenzielle Klimakrise und die ebenso lebensbedrohliche Zerstörung des <em>Web of Life</em>.</li>
</ul>



<p>Daraus folgt: Möchte der Mensch weiterhin geduldeter Teil des <em>Web of Life</em> sein, hat er seine Lebensweise klima- und generationengerecht vom Kopf auf die Füße zu stellen &#8211; und, neben vielem anderen: <em>langsamer zu leben.</em> </p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p>Ich persönlich lebe weiterhin terran &amp; vegetarisch, reise <em>freudig lesend</em> ab und zu mit dem Zug, fahre Fahrrad, freue mich über mein 2008er Handy, fahre im Winter Schlittschuh auf meinen seit 1992 im Dienst befindlichen Schuhen, habe allgemein wenig Zeugs an den Hacken, schreibe Musik, singe, treffe Freund:innen, gehe gerne für rund 15 Euro in Konzerte in der <em>Elphi</em>, gebe musikwissenschaftliche Seminare &#8211; und bin mir bewusst, dass ich es auf diesem Planeten verdammt gut getroffen habe. Und richtig ist auch: Konsumarme Genügsamkeit bringt Zeitwohlstand, der viel zu meinem <em>Wohlergehen </em>beiträgt. Was wie ein Privileg wirken mag. Andere Mitmenschen hier in Deutschland würden mich hingegen finanziell gesehen &#8222;arm&#8220; nennen. Sollen sie. Wer ist hier arm? </p>



<p class="has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-fc7da6120143b79d548e7c866774c411" style="color:#0071a1"><em>Ich habe das Gefühl, viel reicher zu sein als Menschen, die viel Geld haben.</em></p>



<p>Ich bleib&#8216; dabei,</p>



<p class="has-small-font-size">&#8211; und irgendwie schließt sich hier ein Kreis, wenn ich LLL heute mit diesen Sätzen in überarbeiteter Form und mit einem neuen Layout versehen bis auf Weiteres abschließe &#8211; </p>



<p>Ich <em>lebelieberlangsam</em>.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" width="640" height="642" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/The_Earth_seen_from_Apollo_17_with_transparent_background-640x642-1.png" alt="" class="wp-image-1012" style="width:320px;height:321px" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/The_Earth_seen_from_Apollo_17_with_transparent_background-640x642-1.png 640w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/The_Earth_seen_from_Apollo_17_with_transparent_background-640x642-1-300x300.png 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/The_Earth_seen_from_Apollo_17_with_transparent_background-640x642-1-150x150.png 150w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/The_Earth_seen_from_Apollo_17_with_transparent_background-640x642-1-250x250.png 250w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">„The Blue Marble“ is a famous photograph of the Earth taken on December 7, 1972 by the crew of the Apollo 17 spacecraft en route to the Moon at a distance of about 29,000 kilometers (18,000 statute miles). It shows Africa, Antarctica, and the Arabian Peninsula. – gemeinfrei.</figcaption></figure></div>


<p>&#8230; zum Schluss kommen ist gar nicht so einfach. Aber jetzt, kommen sie, die letzten Worte:</p>



<p>Liebe:r Leser:in,</p>



<p>vielen Dank, dass Du bis hier hin gelesen hast, ich freue mich und fühle mich auch ein bisschen geehrt! &#8211; </p>



<p>Alles Gute für Dich, <em>LebeLieberLangsam! </em></p>



<p>Danke.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien am 22. Januar 2022. Zuletzt geändert am 28. November 2023.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; zurück zum ersten Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="QCDiFK3pAf"><a href="https://lebelieberlangsam.de/ich-lebelieberlangsam">Ich lebelieberlangsam.</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Ich lebelieberlangsam.&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/ich-lebelieberlangsam/embed#?secret=PMkBsdz1k8#?secret=QCDiFK3pAf" data-secret="QCDiFK3pAf" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>Ich lebelieberlangsam.</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/ich-lebelieberlangsam</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Jan 2022 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich lebelieberlangsam. Schnell- oder langsamleben &#8211; das ist eine Entscheidung von uns selbst, ähnlich der Wahl des Fortbewegungsmittels: Fahren wir Fahrrad, nehmen wir die Pflanzenwelt am Wegesrand wahr, sehen Eichhörnchen den Baum raufkraxeln&#8230; Oder nutzen wir lieber hunderte Pferdestärken, um...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-1024x684.jpg" alt="" class="wp-image-227" width="512" height="342" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-1024x684.jpg 1024w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-300x200.jpg 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-768x513.jpg 768w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-1536x1025.jpg 1536w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-2048x1367.jpg 2048w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-1040x694.jpg 1040w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/rikki-chan-_k31aFqnmTM-unsplash-640x427.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>slow down &#8211; lebelieberlangsam (unsplash)</figcaption></figure></div>


<p>Ich lebelieberlangsam.</p>



<p>Schnell- oder langsamleben &#8211; das ist eine Entscheidung von uns selbst, ähnlich der Wahl des Fortbewegungsmittels:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Fahren wir Fahrrad, nehmen wir die Pflanzenwelt am Wegesrand wahr, sehen Eichhörnchen den Baum raufkraxeln&#8230;</li><li>Oder nutzen wir lieber hunderte Pferdestärken, um uns quer durchs Land zu katapultieren? Dann bekommen wir allerdings nicht mal mehr mit, an welchen kleineren Ortschaften wir vorbeifahren&#8230;</li></ul>



<p>Wenn wir uns für die &#8218;Überholspur des Lebens&#8216; entscheiden, wir also <em>schnell </em>leben &#8211; haben wir wirklich mehr davon? &#8211; und: Sparen wir so tatsächlich Zeit?</p>



<p>Ich melde Zweifel an. </p>



<ul class="wp-block-list"><li>ErLEBE ich mehr, erlebe ich mich stärker, wenn ich Zeit &#8217;spare&#8216; und mehr ErLEBnisse und Dinge in mein Leben packe? </li><li>Ist es wirklich anzustreben, in diesem &#8222;Leben als letzte Gelegenheit&#8220;<sup>1</sup> so viel wie möglich zu machen, zu erleben, so viel wie möglich reinzuquetschen, um alles herauszuholen, was geht? </li><li>Ist das das &#8218;Carpe diem&#8216;, das Horaz 23 v. Chr. oder z.B. auch Henry David Thoreau (&#8218;Walden&#8216;) gemeint haben?</li></ul>



<p>Ich glaube, es gibt heute zwei übliche Arten &#8218;Carpe diem&#8216; &#8211; &#8218;Nutze den Tag&#8216; &#8211; zu interpretieren:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Das Leben ist kurz. <em>Nimm alles mit was Du kriegen kannst.</em><br>oder</li><li>Das Leben ist kurz. <em>Lebe diesen Tag wie Du ihn als den möglicherweise letzten verbringen würdest.</em> </li></ul>



<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1">&gt;&gt; <em>Ähem, würdest Du Dich an Deinen letzten Tag mit Geld verdienen sowie Ruhm- und Machtstreben beschäftigen?</em></p>



<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Carpe diem&#8230; Ich gehe noch weiter und behaupte: Das Leben ist <em>derart</em> kurz, dass das Mitspielen auf dem &#8218;Spielfeld der unendlichen Möglichkeiten&#8216; so gar keine gute Idee ist. Wenn man ohnehin nicht alles mitnehmen kann, ist der Versuch: zum Scheitern verurteilt.</p>



<p>Und wie lange wir selbst überhaupt auf diesem Spielfeld stehen werden, wissen wir nicht.</p>



<p>Lebenszeit ist in meinen Augen also noch viel knapper bemessen, als &#8211; so denke ich &#8211; die meisten Menschen glauben und erhoffen.</p>



<p>Damit möchte ich keinerlei Fatalismus verbreiten. Daraus folgt keineswegs, dass man die Füße hochlegen sollte. Oder in Depressionen zu versinken.</p>



<p>Das bedeutet lediglich, dass wir loslassen können. Und sollten. Unser eigenes Ding machen sollen, also das, was uns persönlich wirklich wichtig ist. Damit wir uns eines Tages bei einer Art &#8218;Lebensbilanz&#8216; eben <em>nicht </em>fragen müssen, in was für unsägliche Nebensächlichkeiten wir uns verstrickt haben, warum wir so vieles aufgeschoben haben, warum wir uns derart auf eine Karriere fokussiert haben (bevor wir mit Anfang 50 von heute auf morgen outgesourced wurden), anstatt Qualitätszeit mit unseren Kindern oder mit unserem <em>Inner Circle</em> der Freund:innen zu verbringen.</p>



<p>Wer immer beschäftigt ist, seinen Tag zuballert, spürt nicht, wie die Zeit vergeht (produktive Ausnahme: <em>Flow</em>). Wenn wir die Zeit nicht spüren, nehmen wir unser Leben nicht wahr. Und dann wissen wir nicht, wo die Jahre geblieben sind.</p>



<p>Sicher, es gibt Situationen, in denen geht es gar nicht anders. Das ist normal, aber es liegt an uns, diese &#8218;zeitlose Zeit&#8216; als solche zu reflektieren, zu begrenzen und dann wieder zu uns selbst zurückzukehren.</p>



<p><em>LebeLieberLangsam</em> bedeutet für mich, die (eigene) Zeit wahrzunehmen, sich zu spüren, sich wichtig zu nehmen &#8211; achtsam zu sein, im <em>Jetzt </em>zu leben und sich vor allem nicht durch die sirenenartigen <em>HöherSchnellerWeiter</em>-Lockrufe der glamourös-schimmernden Produktpallette des Bedarfsweckungskapitalismus vom eigenen Weg abbringen zu lassen.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 24. Mai 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span>Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<p class="has-small-font-size"><sup>1</sup> Mehr über den Gedanken vom &#8218;Leben als letzte Gelegenheit&#8216;, weil es eine &#8222;Jenseits-Hoffnung&#8220; weniger denn je gäbe, in:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Schnabel, Ulrich (2010): <em>Muße. Vom Glück des Nichtstuns</em>. Blessing, S. 193.</li></ul>



<p class="has-small-font-size"><br>&gt;&gt; Ulrich Schnabel bezieht sich bei diesem Gedankengang in seinem Buch auf: </p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Gronemeyer, Marianne (1996): <em>Das Leben als letzte Gelegenheit. Sicherheitsbedürfnisse und Zeitknappheit</em>. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt. &nbsp;</div></div></li></ul>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="RaXoOEb41U"><a href="https://lebelieberlangsam.de/die-ist-und-soll-diskrepanz">Die Ist-und-Soll-Diskrepanz.</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Die Ist-und-Soll-Diskrepanz.&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/die-ist-und-soll-diskrepanz/embed#?secret=G7jKp1bvyc#?secret=RaXoOEb41U" data-secret="RaXoOEb41U" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Ist-und-Soll-Diskrepanz.</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/die-ist-und-soll-diskrepanz</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jan 2022 10:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://lebelieberlangsam.de/?p=186</guid>

					<description><![CDATA[<p>Größer könnte die Diskrepanz nicht sein: Die überwiegende Mehrheit der Menschen der frühindustrialisierten Nationen strebt immer HöherSchnellerWeiter nach Mehr: nach mehr Wohlstand, Reisen, Besitz, Konsum, Autos, Erlebnissen etc. pp.. Arbeiten pausenlos an der Optimierung des eigenen &#8218;Marktwertes&#8216; bzw. ihres Lebens...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://handbuch-klimakrise.de"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Way-of-Capitalism-handbuch-klimakrise.de_-700x495-1.jpg" alt="" class="wp-image-230" width="350" height="248" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Way-of-Capitalism-handbuch-klimakrise.de_-700x495-1.jpg 700w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Way-of-Capitalism-handbuch-klimakrise.de_-700x495-1-300x212.jpg 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Way-of-Capitalism-handbuch-klimakrise.de_-700x495-1-640x453.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /></a><figcaption>slow down &#8211; lebelieberlangsam | Way Of Capitalism &#8211; eine Nische zwischen zwei Häusern in Hamburg, Foto: Marc Pendzich, 2017 | <a href="https://handbuch-klimakrise.de/">handbuch-klimakrise.de</a></figcaption></figure></div>



<p>Größer könnte die <strong>Diskrepanz </strong>nicht sein:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Die überwiegende Mehrheit der Menschen der frühindustrialisierten Nationen strebt immer <strong><em>HöherSchnellerWeiter</em> </strong>nach Mehr: nach mehr Wohlstand, Reisen, Besitz, Konsum, Autos, Erlebnissen etc. pp.. Arbeiten pausenlos an der Optimierung des eigenen &#8218;Marktwertes&#8216; bzw. ihres Lebens &#8211; in allen Aspekten, darunter Karriere, Geld, Partnerschaft, Persönlichkeit, Körper&#8230;</li><li>Sämtliche Philosoph:innen, Psycholog:innen, Mediziner:innen, Esoteriker:innen sowie oftmals Amtsträger:innen von Religionen hingegen sehen den Pfad zu einem gelingenden Leben  im exakten Gegenteil &#8211; und das teilweise bereits seit Jahrtausenden: <em><strong>Weniger ist Mehr.</strong></em> Selbstreflektion, Entschleunigung, hochqualitative soziale Kontakte pflegen, Achtsamkeit&#8230;</li></ul>



<p>Den meisten von uns ist dieser Widerspruch wohlvertraut: Wir wissen um die Bedeutung des zweiten Gedankengebäudes, leben aber faktisch i.d.R. Ersteres.</p>



<p>Willkommen beim Grundkonflikt des &#8218;modernen Menschen&#8216; westlicher Prägung, beim Grundkonflikt der Ist/Soll-Diskrepanz. Er tritt gern diskret hinter dem nebulösen Vorhang des Unterbewusstseins hervor in Form von Konjunktiven à la &#8218;Ich müsste mal&#8230;&#8216; und den jährlichen silvesterigen guten Vorsätzen&#8230;</p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>&gt;&gt; Interessanterweise trifft diese Ist/Soll-Diskrepanz gleichermaßen sowohl auf der individuellen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene auf: Auch in gesellschaftlichen/politischen Bezügen klafft die letztlich im Grunde genommen gleiche riesige Lücke zwischen Ist und Soll. </em></p>





<p class="has-small-font-size"><div class="su-pullquote su-pullquote-align-right small">



<p class="has-small-font-size">Herausgegriffen: einige Titel von <em>GEO</em>-Spezialheften der letzten Jahre: </p>



<p class="has-small-font-size">&#8222;Gelassenheit – Strategien für ein Leben mit weniger Stress&#8220; | &#8222;Was die Seele stark macht&#8220; | &#8222;Die Heilkraft unseres Körpers&#8220; | &#8222;Vom Glück des einfachen Lebens&#8220; | &#8222;Lebenskrisen überwinden&#8220; | &#8222;Die Kraft der Spiritualität&#8220; | &#8222;Glück &#8211; Souveränität &#8211; Zufriedenheit&#8220; |&nbsp;&#8222;Strategien gegen Burnout&#8220; | &#8222;Zuversicht &#8211; Die Kraft des positiven Denkens&#8220; | &#8222;Was gibt dem Leben Sinn?&#8220; | &#8222;Zeit für die Seele&#8220;</p>



</div>



<p>Nun, die tonnenweise jährlich auf den Buchmarkt geworfenen Ratgeber zu den immer gleichen Themen rund ums &#8218;gute Leben&#8216; deuten mehr als dezent an, dass hier bei uns, d.h. bei den <strong>nach Außen </strong>idealerweise instagrammiges &#8222;Glück&#8220; abstrahlenden Bürger:innen offensichtlich <strong>nach Innen</strong> geschaut mannigfach unerfüllte Bedürfnisse und Sehnsüchte existieren.</p>



<p>Auch verraten etliche, seit einigen Jahren beeindruckend auflagenstarke Zeitschriften wie <em>Flow</em>, <em>Landlust</em>, <em>Walden</em>, <em>Happinez </em>sowie die <em>Geo</em>-/<em>Spiegel</em>-/<em>Psychologie Heute</em>-Sonderhefte zum variierten Themenkomplex: &#8218;Gelassenheit, Entschleunigung, glückliches Leben&#8216;, dass offensichtlich viele der emsig optimierenden Karrieregestalter:innen <em>so</em> happy und so überzeugt von ihrem Weg gar nicht sind.</p>



<p>In die gleiche Richtung wie <em>HappyLandlust</em> zielen ungezählte <em>Romantic Comedy</em>-Filmproduktionen, die allesamt auf folgenden Plot runterzubrechen sind: Ein beruflich überaus erfolgreicher Mensch hat aufgrund&nbsp;plötzlicher, widriger Umstände sein bisheriges Leben auf den Prüfstand zu stellen. Schließlich erweist sich die Lebenskrise als Segen, weil die Krise die:den Protagonistin bzw. Protagonisten nach einigem Hin und Her sich für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens &#8211; Liebe, Freundschaft und die Treue zu sich selbst &#8211; entscheiden lässt. </p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>&gt;&gt; Das ist das erfolgreichste Märchen aller Zeiten, dass sich in tausenden Varianten immer neu erzählen lässt, ohne dass es weiter auffällt. Es scheint definitiv einen Nerv in unserem psychologischen Grundgerüst zu treffen.</em> </p>





<p>Diese <strong>Diskrepanz zwischen Außen und Innen</strong> und der damit verbundene <em>kollektive Eskapismus </em>(=Auszeit Richtung Sehnsuchtsort) wirft einige Fragen auf. Nehmen wir an, die Philosoph:innen, Psycholog:innen, Mediziner:innen, Esoteriker:innen sowie oftmals Amtsträger:innen von Religionen, die Ratgeber-Autor:innen, die Journalist:innen von <em>Flow&amp;Co</em>, die Hollywood-Drehbuchautor:innen &#8211; und (zumindest bei vielen von uns) unsere innere Stimme &#8211; haben recht:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Warum lebt kaum jemand danach?</li></ul>



<ul class="wp-block-list"><li>Wir tun doch alle so individuell? (Sind wir das, wenn wir uns über millionenfach hergestellte Massenprodukte voneinander abzugrenzen suchen?)</li></ul>



<ul class="wp-block-list"><li>Wir sind doch freier in unserer Lebensgestaltung denn je?</li></ul>



<ul class="wp-block-list"><li>Was hindert uns daran, das <em>Weniger ist Mehr</em> zu leben?</li></ul>



<p>fin. vorläufig.<br>Marc Pendzich.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 25. Mai 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



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<p class="has-small-font-size">Weitere <em>lebelieberlangsam</em>-Beiträge zum Thema:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="https://lebelieberlangsam.de/lebe-ich-fuer-die-arbeit-oder-arbeite-ich-um-zu-leben-das-ist-hier-die-frage">Lebe ich für die Arbeit? Oder arbeite ich um zu leben? Das ist hier die Frage.</a></li><li><a href="https://lebelieberlangsam.de/normbiografie-vs-innere-stimme-aufschieben-contra-hier-und-jetzt">Normbiografie vs. innere Stimme – Aufschieben contra ‚Hier und Jetzt‘</a></li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">><em>> nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="d1QWtIPeVS"><a href="https://lebelieberlangsam.de/kommen-wir-zur-unbequemen-wahrheit">Kommen wir zur: Unbequemen Wahrheit.</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Kommen wir zur: Unbequemen Wahrheit.&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/kommen-wir-zur-unbequemen-wahrheit/embed#?secret=78TGQFFJDk#?secret=d1QWtIPeVS" data-secret="d1QWtIPeVS" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kommen wir zur: Unbequemen Wahrheit.</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/kommen-wir-zur-unbequemen-wahrheit</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Jan 2022 10:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesen Stunden trifft der heftigste Hurricane aller Zeiten (Stand: 9/2017) auf die Küste der USA &#8211; und ebenfalls heute habe ich im Kino den aktuellen Film von Al Gore gesehen. Sehr fundiert und sehenswert, allerdings auch recht &#8218;amerikanisch&#8216;1. Ich...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/ma-ti-4MjU7ckn3DY-unsplash-700x875-1.jpg" alt="" class="wp-image-232" width="350" height="438" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/ma-ti-4MjU7ckn3DY-unsplash-700x875-1.jpg 700w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/ma-ti-4MjU7ckn3DY-unsplash-700x875-1-240x300.jpg 240w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/ma-ti-4MjU7ckn3DY-unsplash-700x875-1-640x800.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px" /><figcaption>slow down &#8211; lebelieberlangsam (unsplash)</figcaption></figure></div>



<p>In diesen Stunden trifft der heftigste Hurricane aller Zeiten (Stand: 9/2017) auf die Küste der USA &#8211; und ebenfalls heute habe ich im Kino den aktuellen Film von Al Gore gesehen. Sehr fundiert und sehenswert, allerdings auch recht &#8218;amerikanisch&#8216;<sup>1</sup>.</p>



<p>Ich selbst beschäftige mich bereits lange und intensiv mit der Klimakrise, sodass für mich nicht viel Neues herumkam &#8211; aber eines ist mir heute bei &#8222;Immer noch eine unbequeme Wahrheit &#8211; Die Zeit läuft&#8220; klarer denn je geworden:</p>



<p>Es ist [bedauerlicherweise alles in allem auch im Jahre 2022] offensichtlich, dass die meisten Menschen in den Industrienationen <em>noch nicht einmal ansatzweise </em>verstanden haben, worauf wir Menschen uns da gerade einlassen.</p>



<p>&#8230;</p>



<p><em>To Whom It May Concern:</em></p>



<p>Also, das wird verdammt ungemütlich. Und an all diejenigen unter Euch, die meinen, dass es den Globalen Süden bzw. die Südhalbkugel schneller früher härter treffen wird: kann angehen.</p>



<p>Aber selbst wenn Ihr</p>



<ul class="wp-block-list"><li>künftig mit mehr und mehr und immer verheerenderen Nachrichten mit Opferzahlen, die Ihr mutmaßlich bisher nur in Zusammenhang mit Weltkriegen und Tsunamis gehört habt, psychisch klarkommen solltet &#8211; und selbst wenn Ihr zu recht</li><li>glauben solltet, dass Ihr geographisch gesehen &#8218;Glück&#8216; habt (?) und Euer eigenes Leben wahrscheinlich erst einmal nicht <em>unmittelbar </em>gefährdet ist &#8211; </li></ul>



<p>glaubt Ihr wirklich, dass die Sache glimpflich für Euch ausgeht?</p>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Immerhin werden ein Großteil Eurer Konsumwaren im Globalen Süden bzw. auf der Südhalbkugel produziert und zwar unter den Gegebenheiten eines total vernetzten globalen Ökonomie- und Finanzsystems.</p>



<p>Glaubt Ihr, das funktioniert alles noch, wenn die skizzierte Situation eintritt?</p>



<p>Denkt Ihr, dass Eure Sturm- und Klimaschäden noch versicherungsfähig sind oder gar bezahlt werden, wenn es hart auf hart kommt?</p>



<p>Aber die Renten, die sind sicher? (Eure Zusatzrenten sind in globale Fonds investiert.)</p>



<p>Was wird wohl aus den Arbeitsplätzen, die Ihr durch Nicht-Handeln bewahren wollt und die nur existieren, weil Deutschland &#8218;Exportweltmeister&#8216; ist?</p>



<p>Oder glaubt Ihr, dass der ganze Mist erst nach Eurem sanften Entschlummern mit 87 eintreten wird? (Bad News: Die Klimaforscher:innen sind immer wieder aufs Neue überrascht, dass ihre Szenarien und Prognosen in der Regel deutlich übertroffen werden und zudem deutlich früher eintreten als zuvor angenommen.) </p>



<p>Und Eure Kinder und Kindeskinder, was ist mit denen?<sup>2</sup>  Was sagt Ihr denen?</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;Sorry, liebe Nachgeborenen, dass wir mehrfach im Jahr in den Urlaub fliegen, SUV fahren, per Kreuzschiff urlauben, jährlich neue Smartphones &#8218;holen&#8216;, uns täglich Tierproteine reinziehen und Erdbeeren im Winter essen etc pp.. Weil es die:der Nachbar:in auch macht und wir <em>selbstverständlich</em> nicht individuell vorangehen und verzichten werden. Wo kommen wir denn da hin? Das wird man ja noch mal sagen dürfen. Und überhaupt. Man muss ja zumindest mithalten mit den Freund:innen. Menschliches Maß? Ob <em>ich </em>nun mit dem SUV Brötchen hole oder nicht, ist doch vollkommen schnurps! Was kann die:der Einzelne schon ausrichten? <em>Wir</em> können gar nichts dafür &#8211; &#8218;die da oben&#8216;, die Politiker:innen müssten das regeln. Aber &#8218;die&#8216; sehen ja offensichtlich keinen Handlungsbedarf &#8211; dann kann es doch auch so schlimm nicht sein. Und wenn Deutschland auf Öko macht und die anderen Länder nicht, gehen ARBEITSPLÄTZE verloren&#8230; &#8230; ach ja, beinahe vergessen: Die Chinesen.</li><li>Außerdem haben die Leute, die mit fossilen Brennstoffen Milliarden verdienen, uns gesagt und das <em>sogar auch mit eigenen Studien belegt</em>, dass die Klimakrise eine Lüge von bösen Kapitalismus-Gegner:innen ist &#8211; und warum sollten wir solch vertrauenswürdigen altruistischen Milliardär:innen, die mit sogar unseren Politiker:innen essen gehen, misstrauen?&#8220;</li></ul>



<p>Ok, reicht.</p>



<p>Falls Du Dich jetzt fragst, was das mit <em>LebeLieberLangsam</em> zu tun haben könnte: Nun, ein durchaus wichtiger Teil der Lösung der Klimakrise lautet: <em>LebeLieberLangsam.</em></p>



<p>Marc Pendzich.</p>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser Artikel erschien erstmals am 10. September 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><strong> Weitere <em>lebelieberlangsam</em>-Beiträge zum Thema:</strong></p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="https://lebelieberlangsam.de/unser-beziehungsstatus-mit-der-klimakrise-es-ist-kompliziert">Unser Beziehungsstatus mit der Klimakrise: &#8218;Es ist kompliziert.&#8216;</a></li><li><a href="https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-lobbyismus">Ich brauch das alles nicht. Heute: Lobbyismus</a></li><li><a href="https://lebelieberlangsam.de/geld-und-wahrheit-unwahrscheinlich-wesentlich-naheliegender-ist-geld-oder-wahrheit">&#8218;Geld UND Wahrheit?&#8216; Unwahrscheinlich. Wesentlich naheliegender ist: &#8218;Geld ODER Wahrheit&#8216;.</a></li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span> Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<p class="has-small-font-size"><strong>Was kann ich tun?</strong><br>Ok, Du hast gefragt &#8211; meine Antwort: Viel mehr als Du glaubst:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><em>Handbuch Klimakrise</em>, Abschnitt <a href="https://handbuch-klimakrise.de/was-kann-ich-tun/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Was kann ich tun?</a></li></ul>



<p class="has-small-font-size">Und nein, diese Maßnahmen werden nicht die Welt retten. Aber ihre Umsetzung bringt Dich selbst voran. Und diese veränderten Dinge haben Impact auf Dein Umfeld. Und diese Wirkung solltest Du definitiv nicht unterschätzen.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><strong>So ziemlich die besten beiden Zeitungsartikel, die ich 2017 lesen durfte:</strong></p>



<p class="has-small-font-size">Sibylle Berg über die Wahrheiten, die uns kein Politiker:in um die Ohren haut:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bundestagswahl-was-uns-ehrliche-politiker-sagen-muessten-a-1165319.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/bundestagswahl-was-uns-ehrliche-politiker-sagen-muessten-a-1165319.html</a> (Abrufdatum 24.2.2018)</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><strong>Der Schlussbrief dieses Beitrages wurde inspiriert von:</strong></p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Marc Baumann: &#8222;Urlaub war uns wichtiger als eure Zukunft, sorry&#8220;, <em>Süddeutsche Zeitung</em>, 14.7.2017<br><a rel="noopener" href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46223/Urlaub-war-uns-wichtiger-als-Eure-Zukunft-sorry" target="_blank">http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46223/Urlaub-war-uns-wichtiger-als-Eure-Zukunft-sorry</a> (Abrufdatum 24.2.2018)</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><em><strong>siehe auch:</strong></em></p>



<p class="has-small-font-size">Wille, Joachim (2018): &#8222;Neue Aufklärung statt Ökodiktatur&#8220;.&nbsp; [Interview mit Ernst-Ulrich von Weizsäcker, Co-Vorsitzender des Club of Rome].&nbsp;in: <em>Klimaretter.info,</em>7.4.2018, online:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/24458-neue-aufklaerung-statt-oekodiktatur" target="_blank" rel="noopener">http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/24458-neue-aufklaerung-statt-oekodiktatur</a> (Abrufdatum 11.4.2018)</li></ul>



<p class="has-small-font-size">Zu empfehlen, weil es sachlich und fundiert die Lage auf den Punkt bringt und konstruktiv zeigt, was schon alles pro Klima im Gange ist:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Weizsäcker, Ernst Ulrich von/Wijkman, Anders u.a. (2017): <em>Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Eine neue Aufklärung für eine volle Welt. Club of Rome: Der große Bericht.</em> Gütersloh: Güterloher Verlagshaus.</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><strong><em>Quellen und Anmerkungen:</em></strong></p>



<p class="has-small-font-size" id="fn-1"><strong><sup>1</sup> Thema &#8222;Al Gore und das aktuelle Film-Update zu &#8218;Eine unbequeme Wahrheit'&#8220;</strong></p>



<p class="has-small-font-size">Mit &#8218;amerikanisch&#8216; ist in diesem Zusammenhang beispielsweise gemeint, dass der Film stark auf Al Gore als Identifikationsfigur zugeschnitten ist. Interessant ist außerdem, dass Al Gore die Klimakatastrophe einerseits sehr fundiert und anschaulich erklärt, andererseits aber kaum auf weitere unbequeme Wahrheiten eingeht. Seine Botschaft lautet: &#8222;Weg vom CO<sub>2</sub>, wir brauchen eine Energiewende &#8211; und dann wird alles gut&#8220;. Selbst Al Gore, der sich so sehr und bewusst in die Nesseln setzt, geht anscheinend davon aus, dem US-amerikanischen Bürger:innen nicht zuzumuten zu können, im Film näher darauf einzugehen, dass der Konsumismus &#8211; also ein Herzstück des <em>American Way of Life</em> &#8211; so nicht durchhaltbar ist. Auch eine Erkenntnis.</p>



<p class="has-small-font-size">Über den Film:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Al Gore (2017): <em>Immer noch eine unbequeme Wahrheit. Die Zeit läuft</em>. Film-Doku. DVD.</li><li>Interview anlässlich Film-Premiere mit Al Gore:
<ul>
<li>Bauer, Patrick (2017): &#8222;&#8218;Wir müssen viel, viel schneller vorankommen'&#8220;. in: <em>SZ Magazin</em>, 24.8.2017, online <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46353/Al-Gore" target="_blank" rel="noopener">http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46353/Al-Gore</a> (Abrufdatum 24.2.2018)</li>
</ul>
</li><li>Trailer:
<ul>
<li>Al Gore (2017): <em>Immer noch eine unbequeme Wahrheit. Die Zeit läuft</em>. Film-Trailer, online <a href="https://www.youtube.com/watch?v=eejL3vsQ3sk" target="_blank" rel="noopener">https://www.youtube.com/watch?v=eejL3vsQ3sk</a> (Abrufdatum 24.2.2018)</li>
</ul>
</li><li>Rezension, deren Meinung ich teile, nur das m.E. der Film für den Überblick zum Thema &#8218;Klimakrise&#8216; trotzdem sehr gelungen ist:
<ul>
<li>Arzt, Ingo (2017): &#8222;Al Gore neuer Klimawnadel-Film: Eine allzu bequeme Wahrheit.&#8220; in: <em>taz</em>, 11.9.2017, online <a href="https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5443348&amp;s=al+gore/" target="_blank" rel="noopener">https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5443348&amp;s=al+gore/M</a>&nbsp;(Abrufdatum 24.2.2018)</li>
</ul>
</li></ul>



<p class="has-small-font-size">M.E. ist jedoch besonders die Filmdoku des UN-Friedensbotschafters Leonardo DiCaprio, der die Schlussrede auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 (COP 21) gehalten hat, empfehlenswert:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>DiCaprio, Leonardo/Stevens, Fisher (2016): <em>Before The Flood.</em> DVD-Doku.</li></ul>



<div style="height:10px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-small-font-size" id="fn-2"><strong><sup>2</sup> Thema &#8222;Was sollen unsere Enkel:innen über uns denken?&#8220;</strong></p>



<p class="has-small-font-size">Schlussbrief dieses Beitrages wurde inspiriert von einem der besten Artikel dieses Jahres:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Marc Baumann: &#8222;Urlaub war uns wichtiger als eure Zukunft, sorry&#8220;, <em>Süddeutsche Zeitu</em>ng, 14.7.2017, online <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46223/Urlaub-war-uns-wichtiger-als-Eure-Zukunft-sorry" target="_blank" rel="noopener">http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46223/Urlaub-war-uns-wichtiger-als-Eure-Zukunft-sorry</a> (Abrufdatum 24.2.2018)</div></div></li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="EGOw2fo1CZ"><a href="https://lebelieberlangsam.de/selma-merbaum-und-die-kostbarkeit-des-lebens">Selma Merbaum und die Kostbarkeit des Lebens</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Selma Merbaum und die Kostbarkeit des Lebens&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/selma-merbaum-und-die-kostbarkeit-des-lebens/embed#?secret=MyRLpexMRg#?secret=EGOw2fo1CZ" data-secret="EGOw2fo1CZ" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>Selma Merbaum und die Kostbarkeit des Lebens</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/selma-merbaum-und-die-kostbarkeit-des-lebens</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jan 2022 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://lebelieberlangsam.de/?p=243</guid>

					<description><![CDATA[<p>Letztes Jahr [d.h. 2016] erschien mein Musikalbum SELMA mit Texten von Selma Merbaum (1924-1942). Mit gerade mal 16, 17 Jahren schrieb sie ihre rund 60 (erhaltenen) Gedichte &#8211; und die haben es in sich: Sie&#160;besitzen eine Lebens- und Leuchtkraft, die...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="250" height="300" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Selma-Merbaum.jpg" alt="" class="wp-image-244"/><figcaption class="wp-element-caption">Selma Merbaum (1924-1942)</figcaption></figure></div>


<p>Letztes Jahr [d.h. 2016] erschien mein Musikalbum SELMA mit Texten von Selma Merbaum (1924-1942). Mit gerade mal 16, 17 Jahren schrieb sie ihre rund 60 (erhaltenen) Gedichte &#8211; und die haben es in sich: Sie&nbsp;besitzen eine Lebens- und Leuchtkraft, die mich beim ersten Lesen schlicht umgehauen hat. Und da wusste ich noch nicht mal, unter was für ungeheuren Bedingungen diese Texte entstanden sind: Auch ohne die Kenntnis von Selma Merbaums tragischer Biografie &#8211; manche nennen sie die &#8218;zweite Anne Frank&#8216;, was auf Alter, das Schreiben und die Umstände des Todes abzielt &#8211; besitzen diese Worte herausragende Bedeutung, Intensität, Dynamik und Energie. <em>Mit </em>Kenntnis der Biografie sind sie fast schon: unfassbar.</p>



<p>Inmitten des Zweiten Weltkrieges, umgeben von Chaos und Verfolgung schrieb Selma Merbaum ihre Gedichte, bei denen inhaltlich die äußeren Umstände (scheinbar) keine Rolle spielen und nur ausnahmsweise genannt werden. Sie konzentriert sich auf das Leben, nicht auf dessen Bedrohung: Was gefährdet ist, ist umso kostbarer. <br>Nur einmal, als die Bedrohung übermächtig wird, als die Verbündeten Rumäniens und Deutschlands 1942 in ihre Heimatstadt Czernowitz (heutige Ukraine) einfallen und tagelang Anarchie ausbricht sowie die Verfolgungen des Holocausts noch unmittelbarer einsetzen als zuvor, wendet sich Selma Merbaum in ihrem &#8222;Poem&#8220; direkt an ihre Verfolger:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>&#8222;Ich will leben. Bruder, Du<em> auch</em>! Atemhauch geht von Deinem und meinem Mund.&#8220;</em></li>
</ul>



<p>Das Werk &#8222;Poem&#8220;, welches zu Beginn mit einer intensiven Naturbetrachtung das Leben &#8218;heiligspricht&#8216;, strahlt keinerlei Aggression aus &#8211; Selma Merbaum weiß, dass sie im Falle des Falles nicht entkommen kann. Statt dessen beruft sie sich &#8211; ganz bei sich &#8211; auf ihr unverbrüchliches Menschenrecht, darauf, dass wir alle ungeachtet von Herkunft, Glauben, Geschlecht etc. das gleiche unverbrüchliche Recht auf Unversehrtheit, Freiheit und Selbstbestimmung haben.</p>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Marc Pendzich &quot;Poem&quot; (2016) | Album &quot;Selma - Homage to Selma Merbaum&quot; (vadaboéMusic)" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/zX5hSPwFU78?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Marc Pendzich feat. Danny Merz: &#8222;Poem&#8220; | Album Selma [Hommage an Selma Merbaum], 2016 | vadaboéMusic</figcaption></figure>



<p>Und dann bricht es aus ihr heraus:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Ich möchte leben.</em><br><em>Ich möchte lachen und Lasten heben</em><br><em>und möchte kämpfen und lieben und hassen</em><br><em>und möchte den Himmel mit Händen fassen</em><br><em>und möchte frei sein und atmen und schrein.</em><br><em>Ich will nicht sterben. Nein!</em><br><em>Nein.</em><br><em>Das Leben ist rot,</em><br><em>Das Leben ist mein.</em><br><em>Mein und dein.</em><br><em>Mein.</em></li>
</ul>



<p>Dass eine 17-jährige einfordern muss, leben zu dürfen, nicht sterben zu müssen &#8211; das wollte (und will!), obwohl ich mich seit Jahrzehnten intensiv mit dem Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust beschäftige, (emotional) nicht in meinen Kopf.</p>



<p>Ich mag Menschen, betrachte mich als Humanisten. Es gibt indes Momente, da verzweifle ich an der Menschheit. Ganz im Sinne Selma Merbaums werfe ich die Fragen auf:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was haben wir davon, Macht auszuüben?</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was haben wir davon, große Besitztümer anzuhäufen?</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was haben wir davon, jemand Anderem zu schaden?</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was haben wir davon, das Leben anderer Menschen zu beschneiden?</li>
</ul>



<p>Nichts. Wir sind ein Wimpernschlag der (Erd-)Geschichte, kaum auf der Erde, fast schon wieder weg.</p>



<p>Ist der Versuch, Macht auszuüben, reich zu sein, jemand Anderem zu schaden, das Leben Anderer zu beschneiden, d.h. sich über Andere zu erheben &#8211; im persönlichen Rahmen ebenso wie als Diktator:in &#8211; letztlich ein grotesker Versuch, das eigene scheißunbedeutende Leben &#8217;signifikant&#8216; zu machen, ihm eine höhere Bedeutung zu verleihen, das Ego zu füttern, das eigene Leben der Endlichkeit, dem sicheren Tod gewissermaßen zu entreißen, gleichzeitig wissend, dass der Plan nicht aufgehen wird?</p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>Und stimmt meine Wahrnehmung, dass der männliche Teil der Bevölkerung insgesamt deutlich anfälliger ist für diese Form des (andere Menschen so massiv involvierenden) Selbstbetruges?</em></p>





<p>Ist unser Handeln letztlich &#8211; auch wenn sich das vermutlich so gut wie niemand bewusst macht &#8211; quasi immer durch unser kommendes Ende bestimmt?</p>



<p>Selma Merbaum hat darauf auf jeden Fall,</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>obwohl</em> sie so jung war oder <em>weil</em> sie so jung war,</li>



<li><em>obwohl</em> sie unter massiver Verfolgung litt oder <em>weil</em> sie unter massiver Verfolgung litt,</li>
</ul>



<p>ihre Antwort und Lebensphilosophie gefunden.</p>



<p>Das Leben schimmert in Selma Merbaums Werken unendlich wertvoll und kostbar:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>&#8222;Das Leben ist so bunt, es sind so viele schöne Bälle darin.&#8220;</em></li>
</ul>



<p>Ich denke, das Leben ist ein pures Wunder und unendlich wertvoll &#8211; und abseits der Stillung grundlegender existenzieller Bedürfnisse braucht es nach meinem Empfinden letztlich nicht mehr als Natur, Atem, bei sich sein, Liebe, Resonanz, Wertschätzung, Freundschaft&#8230; es gilt schlicht, das Leben bei den Haaren zu packen &#8211; um eine Zeile von Selma Merbaums Jahrgangsgenossen Wolfgang Borchert aufzugreifen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="775" height="768" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Selma-Eine-Hommage-an-Selma-Merbaum-Marc-Pendzich-Cover-web.jpg" alt="" class="wp-image-252" style="width:194px;height:192px" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Selma-Eine-Hommage-an-Selma-Merbaum-Marc-Pendzich-Cover-web.jpg 775w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Selma-Eine-Hommage-an-Selma-Merbaum-Marc-Pendzich-Cover-web-300x297.jpg 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Selma-Eine-Hommage-an-Selma-Merbaum-Marc-Pendzich-Cover-web-150x150.jpg 150w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Selma-Eine-Hommage-an-Selma-Merbaum-Marc-Pendzich-Cover-web-768x761.jpg 768w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/Selma-Eine-Hommage-an-Selma-Merbaum-Marc-Pendzich-Cover-web-640x634.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 775px) 100vw, 775px" /><figcaption class="wp-element-caption">SELMA &#8211; Eine Hommage an Selma Merbaum (2016)</figcaption></figure></div>


<p>Wenn es mir gelungen ist, Selma Merbaums grandiose Anbetung des Lebens um die Dimension Musik angemessen zu bereichern, dann macht mich das äußerst zufrieden und glücklich. <em>Was will ich mehr?</em></p>



<p>Marc Pendzich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 14. September 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span> Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<ul class="wp-block-list has-small-font-size">
<li>Videoclip von Christian Kalnbach zu meiner Komposition zu Selma Merbaums &#8222;Poem&#8220;: siehe <a rel="noopener noreferrer" href="http://www.vimeo.com/pndzch" target="_blank">vimeo</a> oder <a rel="noopener noreferrer" href="https://www.youtube.com/watch?v=zX5hSPwFU78" target="_blank">youtube</a>.</li>



<li>Kompletter Text von &#8222;Poem&#8220; siehe <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.deutschelyrik.de/poem-1486.html" target="_blank">https://www.deutschelyrik.de/poem-1486.html</a> (Abrufdatum 28.6.2021)</li>



<li>Mehr über das Album SELMA (Stream | Download | CD) : <a rel="noopener noreferrer" href="https://www.pendzich.com" target="_blank">www.pendzich.com</a></li>



<li>Selma Merbaum wurde zunächst unter dem Namen Selma Meerbaum-Eisinger bekannt. Ihre Biografin Marion Tauschwitz hat nachgewiesen, dass &#8218;Merbaum&#8216; mit einen &#8218;e&#8216; geschrieben wird und Selma Merbaum niemals den Doppelnamen trug.</li>



<li>Marion Tauschwitz hat ihre akribische Spurensuche zu Selma Merbaum als umfassende und äußerst lesenswerte Biografie veröffentlicht:
<ul class="wp-block-list">
<li>Marion Tauschwitz (2014): <em>Selma Merbaum. Ich habe keine Zeit gehabt zuende zu schreiben. Biografie und Gedichte. </em>[Mit einem Vorwort von Iris Berben]. Zu Klampen. </li>
</ul>
</li>



<li>Bild von Selma Merbaum gemäß Angabe der <em>taz</em> gemeinfrei:
<ul class="wp-block-list">
<li>Göres, Joachim (2015): &#8222;Ausstellung in der Synagoge Celle: &#8218;Plötzlich hallt mein Schritt nicht mehr&#8216;.&#8220; in: <em>taz</em>, 9.8.2015, online <a rel="noopener noreferrer" href="https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5218670&amp;s=selma+meerbaum-eisinger/" target="_blank">https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5218670&amp;s=selma+meerbaum-eisinger/</a> (Abrufdatum 28.9.2018) </li>
</ul>
</li>



<li>Zitat von Wolfgang Borchert: &#8222;Pack das Leben bei den Haaren, dann erfüllst Du seinen Sinn&#8220;, vgl.
<ul class="wp-block-list">
<li>Burgess, Gordon u. Winter, Hans-Gerd (1998): <em>&#8218;Pack das Leben bei den Haaren&#8216;. Wolfgang Borchert in neuer Sicht.</em> Dölling und Galitz. </li>
</ul>
</li>
</ul>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Marc Pendzich &quot;Poem&quot; (2016) | Album &quot;Selma - Homage to Selma Merbaum&quot; (vadaboéMusic)" width="640" height="360" src="https://www.youtube.com/embed/zX5hSPwFU78?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">7 min &#8211; Marc Pendzich &#8222;Poem&#8220; (2016) | Album &#8222;Selma &#8211; Homage to Selma Merbaum&#8220; (vadaboéMusic)</figcaption></figure>



<p class="has-small-font-size"></div></div>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="XopmrZNP4b"><a href="https://lebelieberlangsam.de/hybris-vs-hygge-hygge-contra-hybris">Hybris vs Hygge / Hygge contra Hybris</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Hybris vs Hygge / Hygge contra Hybris&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/hybris-vs-hygge-hygge-contra-hybris/embed#?secret=EyvtbaphWB#?secret=XopmrZNP4b" data-secret="XopmrZNP4b" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Hybris vs Hygge / Hygge contra Hybris</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/hybris-vs-hygge-hygge-contra-hybris</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jan 2022 10:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich liebe diese Überschrift. &#8218;Hybris&#8216; meint das zweifellos übertriebene Leben, das wir mehrheitlich führen in der westlichen Welt, das HöherSchnellerWeiter. Das Leben, in das alles hineingestopft wird per Freizeitevent, Konsum, Optimierung, Verdichtung und Beschleunigung. Gemeint ist der Versuch, aus diesem...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/HamsterradTellerrand-700x495-1.jpg" alt="" class="wp-image-274" width="525" height="371" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/HamsterradTellerrand-700x495-1.jpg 700w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/HamsterradTellerrand-700x495-1-300x212.jpg 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/01/HamsterradTellerrand-700x495-1-640x453.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 525px) 100vw, 525px" /><figcaption class="wp-element-caption">slow down &#8211; lebelieberlangsam (unsplash)</figcaption></figure></div>


<p>Ich liebe diese Überschrift.</p>



<p>&#8218;Hybris&#8216; meint das zweifellos übertriebene Leben, das wir mehrheitlich führen in der westlichen Welt, das <em>HöherSchnellerWeiter</em>. Das Leben, in das alles hineingestopft wird per Freizeitevent, Konsum, Optimierung, Verdichtung und Beschleunigung. Gemeint ist der Versuch, aus diesem einzigen Leben, das wir haben, <em>alles </em>herauszuholen.</p>



<p>Das dänische Wort &#8218;Hygge&#8216; umschreibt hingegen ein ungleich zurückhaltenderes, selbstgenügsameres Leben. Konkret meint Hygge den Zustand des bewussten, runterfahrenden, niedrigschwelligen, wertschätzenden Miteinander-Abhängens z.B. bei Kerzenschein und Tee, des Palaverns mit Freund:innen, ohne zu tief in konfliktreiche (z.B. politische) Themen einzusteigen &#8211; und beschreibt letztlich das Streben nach freier Zeit (Freizeit) und Zeit-Erleben (allein oder mit Vertrauten) ohne großen materiellen oder organisatorischen Aufwand.</p>



<p>Doch zunächst zurück auf die &#8218;Überholspur&#8216;:</p>



<p>Das Lebenstil-Modell &#8218;Hybris&#8216; funktioniert nicht. Für <em>uns selbst</em> nicht. Für <em>die Menschheit</em> nicht und für <em>den Planeten</em> erst recht nicht.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Für<em> uns selbst</em> als Individuum funktioniert es nicht, weil der Versuch, alles in dieses Leben hineinzupacken letztlich bedeutet, dass es gefühlt verdammt schnell zu Ende ist, weil wir gar nicht mitbekommen, wie die Zeit vergeht. (Manchmal zeigt schon die Sprache, was Sache ist: Zeit vergeht im beschleunigten Modus &#8218;wie im Flug&#8216;.)<br>Hybris, also: <em>HöherSchnellerWeiter</em> ist unsere unreflektierte Antwort darauf, dass das Leben begrenzt und kurz ist. Aber nur deshalb, weil wir ignorieren, nicht wirklich kapieren (reflektieren), <em>wie </em>kurz und zerbrechlich das Leben <em>wirklich</em> ist. Was sind 80 Jahre? Wohlgemerkt 80 Jahre, wenn es gut läuft und die uns keiner garantiert. Wenn wir die Zerbrechlichkeit des Lebens tatsächlich vollständig verstehen würden, wären Karriere, Geld und Materielles für die meisten von uns m.E. nahezu bedeutungslos, zumindest nur noch Mittel zum Zweck: zum Leben.</li>



<li>Das Lebensmodell &#8218;Hybris&#8216; funktioniert <em>für die Menschheit und diesen Planeten</em> (Klima, Biodiversität, Mitwelt) nicht, weil wir Angehörige der Industrienationen schlicht für unser persönliches Leben zu viel Energien und Ressourcen einsetzen &#8211; weit mehr, als uns zustehen. Daher ist Hybris in Wirklichkeit zutiefst egoistisch &#8211; und bei nicht wenigen von uns: egomanisch. Diese Hybris ist für uns m.E. überhaupt nur auszuhalten, weil wir die Augen ganz, ganz fest (wie kleine Kinder!) davor verschließen, was wir da eigentlich tun: Wir leben zutiefst auf Kosten der kommenden Generationen (und damit auch auf Kosten unserer eigenen Kinder und Enkel:innen) sowie massivst auf Kosten der Menschen außerhalb des <em>Speckgürtels</em> namens &#8218;Westen&#8216;.</li>
</ul>



<p>Wir leben Hybris, weil es Freund:innen, Kolleg:innen, Nachbar:innen auch tun &#8211; warum sollten wir uns da, als Einzelne:r, ja, als <em>vermeintlich </em>Einzige:r zurücknehmen? Wir würden uns ja quasi ins eigene Bein schießen, denn Reisen, das Zweitauto, Hausbesitz, Konsum, Materielles erhöhen <em>oberflächlich betrachtet</em> unser Selbstbewusstsein, unser Prestige und somit unseren &#8218;Marktwert&#8216; (? &#8230;<em>OMG</em>!).</p>



<p>Hybris ist &#8211; wenn man es genau nimmt &#8211; eigentlich kollektiver Größenwahn. Um 1900 waren Hunger und Armut für viele Menschen in Mitteleuropa auch abseits von Kriegszeiten bedrückende Normalität. Die:der Durchschnittsbürger:in hatte einen Reise-Radius von wenigen Kilometern, die Lebenserwartung lag in Deutschland zur vorangegangenen Jahrhundertwende bei etwa 50 Jahren, die Ehe war grundlegend auch eine Art Vorsorgeversicherung, Kinder kamen einfach, und so Mancher bekam seinen <em>einzigen </em>Mantel von seinem Vater vererbt. Ach ja, und eine Entzündung endete allzuoft tödlich, Deos gab es nicht und der Zahnarzt war manchmal gleichzeitig auch der Dorfschmied. Plakativ ja, aber falsch? Nein.</p>



<p>Angesichts dieser nur wenige Generationen zurückliegenden Realität: </p>



<p>Wie sehr müssten wir Westler:innen uns eigentlich täglich gratulieren und ernsthaft! vor Freude wie kleine Kinder hopsen, weil wir heutzutage mehr als ausreichend über Lebensmittel, Kleidung, Gesundheitsversorgung, Demokratie, Rechtssicherheit, soziale Absicherung sowie über historisch ungekannte Freiheit verfügen?</p>




<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-1024x724.jpg" alt="" class="wp-image-316" width="512" height="362" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-1024x724.jpg 1024w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-300x212.jpg 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-768x543.jpg 768w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-1536x1086.jpg 1536w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-2048x1448.jpg 2048w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-1040x736.jpg 1040w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/BodendDerTatsachen-640x453.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">slow down &#8211; lebelieberlangsam (unsplash)</figcaption></figure></div>


<p class="has-small-font-size">&gt;&gt; Im <em>Handbuch Klimakrise </em>habe ich diesen Gedanken weiter ausgeführt, siehe rechts das klickbare Bild sowie gleich oben im Handbuch-Abschnitt <a href="https://handbuch-klimakrise.de/fliegen-kreuzfahrten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fliegen, Kreuzfahrten</a></p>





<p>Aber wir gewöhnen uns an Standards &#8211; fast egal in welcher &#8218;Höhe&#8216; &#8211; und bekommen den Hals nicht voll. Wir ignorieren das &#8218;menschliche Maß&#8216; &#8211; und das ist: Hybris.</p>



<p>Es geht keineswegs darum, Wohlstand zu verachten. </p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1">&#8230;<em>oder gar darum &#8218;auf die Bäume zurückzuwollen&#8216;, wie das Stammtischrunden progressiven Menschen gern mal unterstellen. </em><br><em>PS: Bäume würde es dann übrigens gar nicht mehr geben, wenn wir Eurer No-Future-Dystopie namens &#8218;Weiter so&#8216; folgten.</em></p>





<p>Aber zwischen <em>Wohlstand </em>(in etwa: das menschliche Maß) und <em>Überfluss </em>(=Hybris) liegt eine rote Linie, die zweifellos überschritten ist, wenn die &#8222;europäische Partymetropole [Berlin seit Anfang der 2000er Jahre regelmäßig] Wochenende für Wochenende von geschätzten 10.000 Billigflugtouristen heimgesucht wird&#8230; weil hier ein vermeintlich besserer DJ auflegt als in Madrid, Tel Aviv, New York, Stockholm&#8230;&#8220; (Paech 2012, 52).</p>



<p>Es kann gar nicht deutlich genug gesagt werden: </p>



<p><strong>Ein Recht auf grenzenloses Leben, d.h. auf ein Leben mit schrankenlosem Ressourcen- und Energieverbrauch, gibt es nicht.</strong></p>



<p><strong>Was es hingegen gibt: Naturgesetzliche planetare (Belastungs-)Grenzen. </strong></p>



<p>Hygge steht für die Balance, die wir zu halten haben.</p>



<p>Im Interesse alles Lebendigen, der gesamten Menschheit, unserer Nachkommen &#8211; und auch im Interesse von uns selbst. Und letzteres gilt auch abseits der großen Verantwortung, die wir für künftige Generationen tragen: Denn die Ironie besteht ja darin, dass wir [z.B. in Deutschland] mit unserer Hybris letztlich i.d.R. alles andere als <em>glücklich und zufrieden</em> sind &#8211; und im Unterschied dazu z.B. die Dän:innen mit ihrem Hygge-Lebensverständnis auf dem &#8218;Glücksindex&#8216; (des <em>World Happiness Report</em>) global ganz weit vorne stehen.</p>



<p>Mehr Hygge täte uns allen gut.</p>



<p>Und was sind am Ende des Lebens, wenn wir Bilanz ziehen, die Hybris-Aspekte noch wert? </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Drittauto, mit dem wir erstaunlicherweise genauso im Stau stehen wie mit den anderen beiden SUVs, die gerade in der Garage stehen? </li>



<li>Das Jetset-Leben mit sog. Freund:innen, die uns nur so lange kennen mögen, wie wir mithalten bzw. sie in ihrem Lebensentwurf bestätigen? </li>



<li>Die Berge von Klamotten in unserem Schrank, die wir nur genau einmal, zur Anprobe anhatten? </li>



<li>Das Haus, in dem wir keine Zeit für unsere Kinder hatten, weil wir zu oft erst bei Dunkelheit zum Gute-Nacht-Sagen nach Hause kamen? </li>



<li>&#8230;</li>
</ul>



<p>Nun, wenn wir z.B. den Aussagen des Buches &#8222;Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen&#8220; folgen:</p>



<p>Nichts.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">Joachim Ringelnatz:</p>



<p class="has-small-font-size">&#8222;Du weißt nicht mehr, wie Blumen duften,<br>Kennst nur die Arbeit und das Schuften &#8211;<br>… so geh&#8217;n sie hin, die schönsten Jahre,<br>Am Ende liegst Du auf der Bahre<br>Und hinter dir, da grinst der Tod:<br>Kaputtgerackert &#8211; Vollidiot!&#8220;</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 19. September 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



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<p class="has-small-font-size">Weitere <em>lebelieberlangsam</em>-Beiträge zum Thema:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://lebelieberlangsam.de/ich-lebelieberlangsam">Ich lebelieberlangsam.</a></li>



<li><a href="https://lebelieberlangsam.de/die-ist-und-soll-diskrepanz">Die Ist-und-Soll-Diskrepanz.</a></li>
</ul>



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<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span> Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<ul class="wp-block-list">
<li>Quelle &#8218;Lebenserwartung in Deutschland um 1900&#8216;: <a href="http://www.berlin-institut.org/newsletter/Newsletter_13_09_2006.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://www.berlin-institut.org/newsletter/Newsletter_13_09_2006.html</a> (Abrufdatum 19.7.2017)</li>



<li>Den Begriff Hybris entnehme ich dem teilweise streitbaren Buch
<ul class="wp-block-list">
<li>Miegel, Meinhard (2014): <em>Hybris. Die überforderte Gesellschaft</em>. List. </li>
</ul>
</li>



<li>Sehr zu empfehlen ist m.E. Niko Paechs Sinn für das &#8218;menschliche Maß&#8216;:
<ul class="wp-block-list">
<li>Paech, Niko (2012): <em>Befreiung vom Überfluss.</em> oekom. S. 52
<ul class="wp-block-list">
<li>Er verweist hier auf Tobias Rapp, der von &#8218;Easyjetravellern&#8216; spricht: In diesem Club &#8222;sind 3.000 Leute. Gut die Hälfte davon ist extra aus Tel Aviv, Manchester, Barcelona oder sonst woher angereist. Und die meisten von diesen 1.500 Leuten sind extra deshalb hergeflogen&#8220;, vgl. Tobias Rapp: <em>Lost and Sound. Berlin, Techno und der Easyjet</em>, 2009, S. 88.<span id="productTitle" class="a-size-large"></span>  </li>
</ul>
</li>
</ul>
</li>



<li>Manche Dinge (- vor allem die persönliche Biografie Bronnie Wares&#8216; betreffend -) las ich lieber quer, aber in den Kernelementen sehr erkenntnisreich:
<ul class="wp-block-list">
<li>Ware, Bronnie (2012): <i>5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden. </i>Goldmann.</li>
</ul>
</li>



<li>Joachim Ringelnatz zitiert nach: Anselm Grün, Benediktpater, 2008, <em>Vom Zauber der Muße</em>, Kreuz-Verlag, S. 52.</div></div></li>
</ul>



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<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="vHcpAgjgrV"><a href="https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-industrielle-nahrung">Ich brauch das alles nicht. Heute: industrielle Nahrung</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Ich brauch das alles nicht. Heute: industrielle Nahrung&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-industrielle-nahrung/embed#?secret=EOBQvbST6c#?secret=vHcpAgjgrV" data-secret="vHcpAgjgrV" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich brauch das alles nicht. Heute: industrielle Nahrung</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-industrielle-nahrung</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Jan 2022 10:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://lebelieberlangsam.de/?p=330</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ähnlich wie Karen Duve (Anständig Essen, 2012) war auch ich viele, viele Jahre lange hinsichtlich der Ernährung Teil des 20.-Jahrhundert-Mainstreams und liebte es heftig-deftig, herzhaft, süß &#38; fertig, Hauptsache: lecker. Zudem bin ich mit traditioneller deutscher Küche aufgewachsen: Ich 1971er...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-612" width="384" height="512" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-768x1024.jpg 768w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-225x300.jpg 225w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-1152x1536.jpg 1152w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-1536x2048.jpg 1536w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-1040x1387.jpg 1040w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-640x853.jpg 640w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vegetables-nathan-nugent-6AAptb2kBak-unsplash-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px" /><figcaption class="wp-element-caption">Traumspinat &#8211; slow down Food – lebelieberlangsam (unsplash)</figcaption></figure></div>


<p>Ähnlich wie Karen Duve (<em>Anständig Essen</em>, 2012) war auch ich viele, viele Jahre lange hinsichtlich der Ernährung Teil des 20.-Jahrhundert-Mainstreams und liebte es heftig-deftig, herzhaft, süß &amp; fertig, Hauptsache: lecker. Zudem bin ich mit traditioneller deutscher Küche aufgewachsen: Ich 1971er Jung&#8216; musste 21 werden, um zu erfahren wie eine Zucchini schmeckt.  Ich bin der Typ gewesen, dem man zum Geburtstag edle Salami-Importe schenkte: <em>Fleisch war mein Gemüse</em><sup>1</sup><em>&#8230;</em> und doch flog langsam aber sicher und nach und nach ein Ernährungs-Glaubenssatz nach dem anderen &#8218;über Bord&#8216;.</p>



<p>Ich fühle mich Ideologie-frei in Sachen &#8218;Essen&#8216;, habe selbst vor allem auch die weniger gesunden Gewohnheiten durch, weiß wie schwer es zuweilen sein kann, seine Ernährung von (vermeintlich) &#8218;lecker&#8216; auf &#8218;definitiv gesund&#8216; umzustellen. </p>



<p>Seit nunmehr etwa zehn Jahren lebe ich vegetarisch (&#8222;Alles was mal Augen hatte&#8220;), weil ich</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>für mich klargezogen habe, was sich tagtäglich hinter dem Begriff &#8218;Tierindustrie&#8216; verbirgt, </li>



<li>weiß, dass rotes Muskelfleisch von der WHO/UNO als &#8222;wahrscheinlich krebserregend&#8220; und sämtliche <em>verarbeiteten </em>Fleischwaren sogar als &#8222;krebserregend&#8220; eingestuft sind (vgl. Zikant 2015) (&gt;&gt; Details siehe <a href="https://handbuch-klimakrise.de/was-kann-ich-tun-moegliche-konkrete-verhaltensaenderungen-und-aktivitaeten/#Tierproteine" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Handbuch Klimakrise</a>), </li>



<li>erfahren habe, dass &#8222;in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Menschen [sterben], weil Antibiotika&nbsp;nicht mehr wirken“ (Kopatz 2016, 73-74), was massiv auf die wahllose Gabe von Antibiotika in Tierställen zurückzuführen ist (&gt;&gt; Details siehe <a href="https://handbuch-klimakrise.de/was-kann-ich-tun-moegliche-konkrete-verhaltensaenderungen-und-aktivitaeten/#Antibiotika-Resistenzen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Handbuch Klimakrise</a>)</li>



<li>zudem analog zu Jonathan Safran Foer davon ausgehe, dass „[u]nsere Ernährung umzustellen &#8230; nicht ausreichen [wird] um die Erde zu retten, aber wir &#8230; sie nicht retten [können], ohne uns anders zu ernähren“ (2019, 100), womit zugleich ausgedrückt ist, dass auch Vegetarismus/Veganismus  nur teilweise zur Problemlösung beiträgt.</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">>> Nebenbei, Ernährung ist nicht alles: Was Ernährungs-, &#8222;So entkommst Du der Depression&#8220;- und sonstige Pimp-up-your-life-Ratgeberbücher meist unterbelichten, ist das erforderliche Maß an täglicher und regelmäßiger Bewegung. (Eine Beobachtung ist, dass zumindest ich persönlich in gutbewegten Zeiten schlicht auf ganz andere (gesündere!) Dinge Appetit habe als in Couchpotatoe-Zeiten (die es auch gibt, selbstverständlich &#8211; vermeide die Perfektion, denn sie ist unmenschlich)).</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p>Aber lassen wir mal in diesem nachfolgenden Gedankengang solche Aspekte beiseite und beschäftigen uns viel mehr mit dem, was die Bürger:innen Deutschlands so gemeinhin im Supermarkt an Produkten erwerben.</p>



<p>Diese Produkte stammen bezogen auf Deutschland i.d.R. von einer vielschichtigen Industrie mit einem Umsatz von nahezu 180 Mrd Euro (vgl. Havera 2020).</p>



<p>Allgemein gilt aus meiner Sicht: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wenn sehr viel Geld in einem System steckt, sollten wir genau hinauschauen. </li>



<li>Immer. </li>



<li>Und erst Recht dann, wenn wir die Waren herunterschlucken.</li>
</ul>



<p>Hier schon einmal vorab mein Fazit: </p>



<p><em>Ich brauch das alles nicht.</em></p>



<p>&#8230;</p>



<p>Ok, das hier wird <em>schwere Kost</em>, die ich hier im Folgenden <em>auftische </em>&#8211; aber versprochen: Es lohnt sich, diese zu sich zu nehmen.</p>



<p>Das Entscheidende, das wir uns klar zu machen haben: </p>



<p><strong>Jedes stark weiterverarbeitete industrielle Nahrungsmittelprodukt, dass wir bspw. im&nbsp; Supermarkt oder bei Systemgastronomien kaufen können, ist unbedenklich <em>in dem Sinne</em>, dass der einmalige oder unregelmäßige Verzehr nicht gesundheitsschädlich ist. </strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Selbstredend schadet es nicht, bei grundsätzlich gesunder Konstitution seinen Körper ab und zu mit den 40 flüssigen Zuckerstücken einer Cola (1 Liter)<sup>2</sup> zu überraschen. </li>



<li>Und entgegen der Haltung von Purist:innen dürfen wir es uns am Ende eines voll gestopften Tages auch <em>mal </em>einfach machen und eine Tiefkühlpizza in den Ofen werfen.</li>
</ul>



<p>Wobei aus meiner Sicht der eigentliche Vorteil an industriellen Fertignahrungsmitteln im &#8218;Ich brauche mir keinen Kopf machen&#8216; besteht als im Faktor &#8218;Zeitersparnis&#8216;. Dieser spielt m.E. tatsächlich nur dort eine relevante Rolle, wo <em>strukturiertes Einkaufen</em> und <em>selber Kochen</em> keine Routine sind.</p>



<p>ABER &#8211; und dieses Wort kann ich gar nicht groß genug schreiben &#8211; all diese Fertignahrungsprodukte sind in Deutschland <em>eben genau deshalb</em> und <em>nur deshalb</em> gesetzlich zugelassen: weil sie einzeln bzw. unregelmäßig zu sich genommen nicht unmittelbar schädlich oder gesundheitsgefährdend sind.</p>



<p>Vollkommen anders sieht es aus, wenn wir angesichts des einladend-bunten Supermarktangebots beschließen, ab sofort nur noch selten oder gar nicht mehr selbst &#8218;richtig&#8216; zu kochen.</p>



<p>Fertignahrungsprodukte sind für Manche das &#8218;Food zum Lifestyle&#8216;, das &#8218;Big Food&#8216; wird sozusagen ins Hamsterrad gereicht.</p>



<p>Dort, im Hamsterrad, werden industriell stark weiterverarbeitete Nahrungsprodukte, Snacks, Currywurst &amp; Mittagspausen-Take-away als eine Art &#8218;Zeitersparnis- und Convenience-Tool&#8216; wahrgenommen, ein Tool, dass es ermöglicht, die eigene Konzentration auf vermeintlich &#8218;wichtigere&#8216; Dinge zu lenken, der Arbeit, der Geldbeschaffung, der Freizeitmaximierung oder der körperlichen Optimierung im Fitnessstudio (neudeutsch: &#8218;Lifestyle Club&#8216;).</p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>Ähem, was </em>genau <em>kann eigentlich wichtiger sein als eine angemessene Befriedigung der Grundbedürfnisse &#8211; zu denen Nahrungsaufnahme eben definitiv gehört?</em></p>





<p>&#8230;</p>



<p>Schaut Euch mal bei Eurem nächsten Supermarktbesuch mit wachen Augen um, dreht Euch mal bedächtig 360 Grad um die eigene Achse.</p>



<p>Ja, macht das mal wirklich.</p>



<p><em>Was seht Ihr?</em></p>



<p>Aller Wahrscheinlichkeit nach seht Ihr folgendes:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine Gemüseabteilung im Eingangsbereich. </li>



<li>Auf den übrigen 330 Grad der Drehung &#8211; d.h. auf&nbsp; ca. 85% der Ladenfläche &#8211; stehen fast ausschließlich stark verarbeitete Fertignahrungsprodukte aller Art (sowie ein paar Drogerieartikel).</li>
</ul>



<p>Warum?</p>



<p>Weil die:der Kundin/Kunde es so will?</p>



<p>Jein.</p>



<p>Die weiterführende und daher richtigere Antwort lautet: Weil Nestlé (Börsenwert 219 Mrd €), Unilever (125 Mrd €), Danone (62 Mrd €)<sup>3</sup> etc. pp. mit Grundnahrungsmitteln und lediglich wenig verarbeiteten Lebensmitteln kein Geld verdienen können.</p>



<p>Was kostet denn hierzulande Mehl? Hefe? Milch? Ein Apfel? Backpulver? Nudeln? Eine Zucchini? Dosentomaten? </p>



<p>Quasi nichts. </p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>&gt;&gt; Wobei das bei agrarwirtschaftlichen Erzeugnissen ein Skandal für sich ist, anderes Thema.</em></p>





<p>Das bedeutet auch, dass wir uns ein Leben mit Grundlebensmitteln locker leisten können. Wenn wir nichts wegschmeißen, dann können wir uns &#8211; wenn wir nur in einem von Ärzt:innen empfohlenen Rahmen Fleisch konsumieren &#8211; sogar alles in Bio leisten (vgl. <a href="https://handbuch-klimakrise.de/was-kann-ich-tun-moegliche-konkrete-verhaltensaenderungen-und-aktivitaeten/#Bio-Nullsummenspiel" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Handbuch Klimakrise</a>).</p>



<p>Aber wenn Konzerne ihre Produkte weiterverarbeiten (&#8218;veredeln&#8216;) und damit vermeintliche Mehrwerte schaffen &#8211; ein frühes Beispiel wäre die Addition von Vitamin C in Apfelsaft &#8211; dann</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>haben die Produkte eine Werbebotschaft,</li>



<li>besitzen sie einen (angeblich gesundheitlichen) Vorteil gegenüber dem Zusatzstoff-losen Konkurrenzprodukt und</li>



<li>können sie aufgrund der Hinzufügung eines künstlichen Stoffes, dessen eigene Herstellungskosten kaum messbar sind, das Produkt&nbsp; zu einem höheren Preis verkaufen.</li>
</ul>



<p>Mit der Folge, dass die weiterverarbeiteten Produkte immer weiter weiterverarbeitet werden&#8230;</p>



<p>Und das zieht sich durch: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Vorgeschnittene Wiener Würstchen kosten mehr als ungeschnittene, </li>



<li>ein in Brot gehüllter Markenfleischwurstsnack erzielt einen höheren Preis als die Grundvariante, </li>



<li>&#8218;rechtsdrehender&#8216; Joghurt ist teurer als Joghurt, der die andere Richtung bevorzugt (yeah!)&#8230; </li>
</ul>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>&#8230; dann denke ich noch an Low-Fat-Diät-Zero-Sugar-Chips mit Schinkenaroma sowie mit dem Naturkräuterextrakt ohne grüne Streifen &#8211; und an den Bananencreme-Sahnejoghurt plus Umknick-Ecke mit abgezählten CrunchCrispBlabla drin…</em></p>



<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p>Die Faustregel, short version <em>in a nutshell</em>: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Je weiterverarbeiteter ein Nahrungsmittel ist, desto weniger gesund ist es.</li>
</ul>



<p>Die Faustregel, <em>long version</em>: </p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Je länger die Zutatenliste, je mehr Weiterverarbeitungen</em> ein Lebensmittel erfahren hat, <em>desto weniger naturbelassen</em> ist es und &#8211; tendenziell &#8211; <em>desto weniger gesund</em> ist es, weil immer mehr preisdrückende billige (Trans-)Fette, diverse Zucker(ersatz)arten und weitere Additive sowie Salz darin rumschwimmen, um geschmacklich überzeugend zu wirken.</li>
</ul>



<p>Selbstredend könnten wir eine solche Mahlzeit, z.B. den zuletzt erwähnten Joghurt [Joghurt + reingeschnippelte Banane + Müsli] innerhalb von zwei Minuten selbst herstellen, und zwar: FRISCH &#8211; und mangels Bonus-Zucker bzw. irgendeinen invertierten Flüssig-Zuckersirup und gefühlten tausend Additiven, die kein Mensch braucht: um etliches gesünder, nachhaltiger, verpackungsloser und oft günstiger.</p>



<p>Und weniger weit <em>gereist</em>, wie Michael Kopatz anhand der sog. &#8222;Europa-Lasagne&#8220; zeigt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>„Schon der Weg des Fleischanteils in der Lasagne von der Schlachtung bis zur Weiterverarbeitung erstreckt sich über halb Europa;</strong> dasselbe gilt für die Herstellung von Futtermitteln für die Tierhaltung sowie für Züchtung, Haltung und Transport“ (2016, 14) und weiter: „Die ‚Europa-Lasagne‘ zeigt: Die systemischen Probleme unserer Wirtschaft und Gesellschaft manifestieren sich sogar in einem banalen Schichtnudelgericht aus der Truhe“ (ebd., 15).</li>
</ul>



<p>Das alles kostet neben Ressourcen auch massiv Energie, für die langen Transportwege und die i.d.R. erforderliche Kühlung.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Kopatz weist des Weiteren darauf hin, dass „[v]erstrickte Produktions-, Verarbeitungs- und Lieferketten &#8230; <strong>ein System organisierter Verantwortungslosigkeit</strong> geschaffen [haben]“ (ebd., 14).</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">&gt;&gt; Organisierte Verantwortungslosigkeit: Wenn ein Produkt &#8211; wie z.B. ein Smartphone &#8211; aus hunderten von Stoffen und Einzelteilen besteht, die global geschafft und produziert werden, dann verschleiert das schlimme Produktionsbedingungen und Kinderarbeit, vgl. LLL-Gedankengang <em><a href="https://lebelieberlangsam.de/smartphones-sind-nicht-smart-teil-2-2-der-globale-impact-eines-smartphones">Smartphones sind nicht smart. (Teil 2/2: Der ‚globale Impact‘ eines Smartphones</a>).</em></p>



<p>&#8230;</p>



<p>Die Nahrungsmittelkonzerne wollen unser Bestes: unser Geld. </p>



<p>Unsere Gesundheit ist den (dem Shareholder Value verpflichteten!) Unternehmen bedeutsam in dem Rahmen, den Gesetze vorgeben. </p>



<p>Und diese Gesetze haben deren Lobbyist:innen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>eifrig mitgestrickt und verwässert,</li>



<li>die Volldeklaration von Inhaltsstoffen und eine verpflichtende &#8218;Lebensmittel-Ampel&#8216; verhindert,</li>
</ul>



<p>und die Konzerne haben zusammen</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>billiges Palmfett<sup>4</sup> in den Markt gedrückt mit verheerenden Auswirkungen für Mensch, Mitwelt, Klima und Biosphäre,</li>



<li>jahrzehntelang die Entwicklung des kalorienarmen und Zähne-schonenden Stevia<sup>5</sup> mutmaßlich bekämpft, auf jeden Fall definitiv trotz gesundheitlicher Vorteile NICHT gefördert sowie</li>



<li>per Preisdumping mit dafür gesorgt, dass Bauern nur über Subventionen überlebensfähig sind, dass viele &#8218;kleine&#8216; Bauern aufgeben mussten/müssen, dass Massentierhaltung zu einer widerwärtigen Perversion geworden ist, dass unsere lose gekauften Eier zur Gewissensberuhigung zwar aus (suboptimaler) Boden- oder Freilandhaltung etc. kommen, aber so gut wie jedes in Fertignahrung befindliche Ei per 23-Tonner-Flüssig-Ei-Tankwagen (!)<sup>6</sup> aus den Käfighaltungen der Nachbarländer nach Deutschland gekarrt wird&#8230; Soll ich fortfahren?</li>
</ul>



<p>Die Konzerne verarschen uns. Und wir lassen es mit uns machen. Vielfach zu gerne: &#8222;Aber es ist doch so praktisch.&#8220;&#8230; &#8222;Ach, das wusste ich nicht.&#8220;</p>



<p>Ihre Lobbyist:innen sind hochbezahlt, und wenn sie nicht gerade mit unseren Politiker:innen essen gehen (!), industrienahe Auftragsstudien mit lauter Unsere-Produkte-sind-geil-Nachrichten medial verbreiten, setzen sie sich in Talkshows, um sinngemäß Dinge zu verkünden wie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>&#8222;Nicht Zucker und Fette sind das Problem, sondern Bewegungsmangel.&#8220;</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>&#8222;Es liegt im Ermessen und in der Eigenverantwortlichkeit des Kunden, welches Produkt er kauft.&#8220;</li>
</ul>



<p>Und:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>&#8222;Wir können nichts dafür, wenn Kund:innen allzu oft zu Fertigpizza und Tiefkühl-Lasagne greifen, wir empfehlen stets eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung.&#8220;<sup>7</sup></li>
</ul>



<p>Ähem, liebe Lobbyist:innen. Wenn wir Bürger:innen allesamt letzterer, von Euch ausgegebener Empfehlung folgen würden, würde sich Euer Geschäft gar nicht rechnen. Steht doch bitte wenigstens zu Eurem Geschäftsmodell. Im Übrigen ist es im Angesicht des Supermarkt-Arsenals von Tütensuppen, Dosenfrikassee und Tiefkühl-Nasi-Goreng alles andere als einfach, sich abwechslungsreich gesund zu ernähren. Man muss sich bildlich gesprochen mit einer Machete den Weg durch den Kaloriendschungel schlagen, um Eurem &#8218;guten Rat&#8216; folgen zu können. Das ist anstrengend und erfordert Wachsamkeit und Konsequenz, die wir nach einem langen Arbeitstag allzuoft nicht mehr haben.</p>



<p>Was Ihr genau wisst.</p>



<p>Weiter gedacht&#8230;  Wenn sogar unsere wohlmeinden Freund:innen vom Fach, die Lobbyist:innen von der globalen Euro-LasagneTiefkühlFertignahrungsConvenienceBigFoodIndustrie als Expert:innen vom regelmäßigen Konsum ihrer eigenen Produkte abraten, dann ist das ein massiver Grund, dieser Empfehlung nicht nur zu folgen, sondern lieber weit über sie hinauszugehen &#8211; und sich mal an einem freien Tag die Zeit zu nehmen, um im wachen Zustand und aus einer kritischen Distanz heraus mal die Zutatenliste von Fertignahrungsprodukten als das <em>Kleingedruckte</em> zu sehen. Bekanntlich wird stets empfohlen, bei Verträgen besonders wachsam das Kleingedruckte zu lesen. tatsächlich geht man ja gewissermaßen einen Geschäftsvertrag ein: In dem ich Dein Produkt erwerbe, nach Hause trage, zubereite und runterschlucke, akzeptiere ich das Kleingedruckte. </p>



<p>Mehr noch, angesichts der chemischen Komplexität dieser Produkte sollten wir das Kleingedruckte als eine Art <em>Beipackzettel</em> ansehen: Zu Risiken und Nebenwirkungen&#8230; ja, wenn <em>ich </em>Sie in diesem Text noch nicht recht überzeugen konnte, fragen Sie Ihre Ärztin oder einen Ökotrophologen.</p>



<p>Letztlich profitieren die Nahrungsmittelkonzerne ganz heftig davon, dass es im Bereich Lebensmittel und bei Einzelstoffen wie Fett, Zucker, Kohlenhydrate, Additiv<em> xy</em> schwierig ist, wissenschaftlich eindeutige Beweise für ihre Wirkung auf den Körper zu erbringen. Wie sollte ein solcher Versuchsaufbau exakt auch aussehen? Zumal jeder Körper ein wenig anders &#8218;funktioniert&#8216;.</p>



<p>&#8230;</p>



<p>Noch einmal anders ausgedrückt: </p>



<p>Was uns nicht beweisbar und direkt krank macht, ist erlaubt. Das ist letztlich die <em>einzige</em> Grenze, die den Nahrungsmittelkonzernen in der kapitalistisch-freiheitlich-rechtsstaatlichen Welt gesetzt ist. Doch, ich fürchte, bei einem Minimalmaß namens &#8218;keine unmittelbare Gesundheitsschädigung&#8216; ist Bequemlichkeit für uns &#8218;User&#8216; keine Möglichkeit &#8211; hier sind <em>wirklich</em> Konsequenz und Eigenverantwortlichkeit gefragt.</p>



<p>Mit all diesem Wissen ist es mir persönlich leicht gefallen, eine Entscheidung zu treffen:</p>



<p><em>Ich brauch das alles nicht.<br></em></p>



<p>Es fühlt sich nicht wie Verzicht an.</p>



<p>Es ist die tief empfundene Erkenntnis, dass ich dieses Spiel nicht mitspielen will.</p>



<p>Es fühlt sich gut an, sich nicht mehr verarschen zu lassen.</p>



<p>Das empfinde ich als: Freiheit.</p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>Zwangsweiser Verzicht = Mangelgefühl; Freiwilliger Verzicht = Genügsamkeit = Freiheit</em></p>



<div style="height:5px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p><strong>Ein Ausweg. Zwei Schritte.</strong></p>



<p><em>Erster Schritt.</em></p>



<p>Die gute Nachricht: Es ist gar nicht so schwierig, in einem ersten, aber durchaus radikalen Schritt bereits eine Menge von diesem Mist loszuwerden:</p>



<p>Einmalig den Vorratsschrank und im Supermarkt konsequent sämtliche Zutatenlisten von Produkten, die man üblicherweise einkauft, auf folgende Dinge (zum Beispiel mit der Website/App <a href="https://www.codecheck.info/" target="_blank" rel="noopener">codecheck.info</a>) durchchecken:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Palmfett</li>



<li>gehärtete Fette</li>



<li>Glukose-Fruktose-Sirup (und erst recht: Fruktose-Glukose-Sirup)</li>



<li>Fruktose</li>



<li>Stoffe mit &#8218;E&#8216;-Bezeichnung (möglichst wenige, den Maßstab lege jeder selber fest)</li>



<li>und, neuerdings auch wichtig: Isoglukose</li>
</ul>



<p>Und dann ersetzt man die Produkte &#8211; es werden erstaunlich viele sein, c&#8217;est la vie &#8211; durch von diesen Stoffen freie Varianten und ignoriert die bislang gewohnten Produkte. (Nicht einknicken!)</p>



<p>Wer noch nicht im Biomarkt einkauft: Es lohnt sich durchaus mal vorbeizuschauen, in vielen Produkten sind erheblich weniger und wesentlich weniger schlechte Inhaltsstoffe drin, und: So viel teurer wie gemeinhin erzählt wird, ist es dort nicht.</p>



<p>Ich fürchte nur: Kekse <em>ohne</em> Palmfett &#8211; das ist heutzutage (weil das Zeug so billig und simpel zu verarbeiten ist) sogar im Bioladen: schwierig. Aber das Zeug ist wirklich in jeder Hinsicht sch&#8230;, und sogar mit Zertifikat bedenklich.</p>





<p><em>Zweiter Schritt.</em></p>



<p>Mehr selbst kochen, selbst gebautes Lunchpaket mitnehmen etc.</p>



<p>Selbst kochen ist in jeder Hinsicht eine gute Sache. Gemessen an den heutigen Inhaltsstoffen wie beispielsweise den oben genannten Transfetten handelt es sich m.E. geradezu um einen <em>Akt der Selbstverteidigung. </em></p>



<p>Kochen ist: Gesund. Nachhaltig. Spart nach meiner Erfahrung Geld. Spart sogar Zeit, wenn man stukturiert einkauft und Kochen Routine ist.&nbsp; Kochen ist darüber hinaus Qualitätszeit. Kochen ist Ritual. Flow. Eigenzeit. Steigert das Selbst. Kochen verbindet. Kochen macht das Leben: langsamer.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>





<p class="has-small-font-size">PS: &#8218;Frisch einkaufen&#8216;<sup>8</sup>, dafür steht auch der Sportmediziner Matthias Marquardt:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>&#8222;Hören Sie auf ihre Nase&#8220; (! sehr schön, smile)</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">schreibt er, die Nase sei &#8222;ein formidables Organ zum Beurteilen von Speisen&#8220; und das &#8222;seit Jahrtausenden&#8220;. Also, nehmt Herrn Marquardt ruhig wörtlich und kauft nur noch Dinge, die Ihr direkt vor Ort, im Supermarkt tatsächlich riechen könnt und riechen mögt&#8230; und was bleibt übrig? Na also.</p>





<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 25. September 2017. Stark überarbeitet neu veröffentlicht am 28. Juni 2021. Zuletzt geändert am 20. Juni 2023.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><strong>Buchempfehlung:</strong></p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>Duve, Karen (2012):<em> Anständig Essen. Ein Selbstversuch</em>. Goldmann.</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">Der Ideologie und Verbohrtheit absolut unverdächtig, arbeitet sich Karen Duve per Selbstversuch Schritt für Schritt durch die typischen Ernährungsformen hindurch &#8211; sehr spannend und inspirierend. (Und weiterhin top-aktuell.)</p>





<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span> Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<p class="has-small-font-size"><sup>1</sup> Die Worte<strong> &#8222;Fleisch war mein Gemüse&#8220;</strong> spielen an auf: Strunk, Heinz (2004): <em>Fleisch ist mein Gemüse</em>. Rowohlt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>2</sup> <strong>Coca Cola</strong>, 1 Liter = ca. 100g Zucker &#8211; oft in dieser Größenordnung belegt, beziehe ich mich hier mal auf eine historische Quelle, die zeigt, dass das Fertignahrungs- und Zuckerproblem zwar &#8218;gewichtiger&#8216; geworden ist, aber natürlich schon lange besteht: <em>Der Spiegel</em> 49/1976, S. 243, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41124900.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41124900.html</a> (Abrufdatum 22.9.2017)</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>3 </sup><strong>Unternehmensgröße der Nahrungsmittelkonzerne</strong> anhand der Marktkapitalisierung, d.h. anhand des Börsenwertes, dem Gesamtwert der Anteile der börsennotierten Unternehmen, gemäß der Angaben der Webpage <a href="http://www.gevestor.de/details/das-sind-die-10-groessten-lebensmittelhersteller-der-welt-730873.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://www.gevestor.de/details/das-sind-die-10-groessten-lebensmittelhersteller-der-welt-730873.html</a>, Stand 31.1.2016 (Abrufdatum 22.9.2017)</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>4</sup> <strong>Zweifel am Zertifikat für nachhaltig produziertes Palmöl</strong>:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li><a href="http://www.nachhaltigkeitsrat.de/index.php?id=8406" target="_blank" rel="noopener">http://www.nachhaltigkeitsrat.de/index.php?id=8406</a> (Abrufdatum 25.9.2017)</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>5</sup> <strong>Stevia mutmaßlich per Lobbyismus bekämpft</strong>: recht <em>deutlich angedeutet</em> in:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>Straßmann, Burkhard. &#8222;Das große Süßen&#8220; in: <em>Die Zeit</em>, 13.11.2008, <a href="http://www.zeit.de/2008/47/DOS-Stevia/komplettansicht?print" target="_blank" rel="noopener">http://www.zeit.de/2008/47/DOS-Stevia/komplettansicht?print</a> (Abrufdatum 25.9.2017)</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">Ganz sicher kann man sagen, dass sich niemand für die weitere Entwicklung Stevia interessieren/einsetzen wollte, obwohl es andernorts seit vielen Jahre sehr geschätzt wird und eine Reihe von sehr relevanten Vorteilen bietet, z.B. fast kalorienfrei ist und nicht den Zähnen schadet.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>6</sup> <strong>23-Tonner-Ei-Tankwagen:</strong> vgl. z.B:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li><a href="https://kurier.at/wirtschaft/ueberschuessige-eier-verpulvert/7.068.158" target="_blank" rel="noopener">https://kurier.at/wirtschaft/ueberschuessige-eier-verpulvert/7.068.158</a> (Abrufdatum 25.9.2017)</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>7</sup> <strong>Sinngemäße Lobbyisten-Aussagen</strong>, können m.E. so herausgelesen werden z.B. aus: Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer &#8218;Wirtschaftliche Vereinigung Zucker&#8216; äußert sich in <em>Hart aber fair</em>, ARD, 29.8.2016, &#8222;Der Feind in meinem Essen – wie ungesund sind Zucker und Co&#8220; wie folgt;</p>



<p class="has-small-font-size">Eigenverantwortlichkeit, Bewegungsmangel, Freiheit der Produktwahl:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>&#8222;<em>Zuviel </em>ist das Problem&#8230; wir reden über etwas, was aus dem Lot geraten ist. Eine <strong>Balance</strong>, die wir zwischen Fett, Zucker, Eiweißen, unserem täglichen Essen haben. Das&nbsp; ist der Punkt &#8230; und das wir uns viel zu wenig <strong>bewegen</strong>. &#8230; Es gibt die volle Wahl. Jeder Verbraucher kann im Supermarkt hingehen und kann Produkte mit wenig oder viel Zucker kaufen. &#8230; Aber es ist überhaupt<strong> kein Problem, wenn dieses Produkt <em>mal</em> verzehrt wird</strong>. Gesundheitlich auch überhaupt kein Problem.&#8220;</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">Bewegungsmangel, ausgewogene Ernährung:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>&#8222;Wenn Herr Plasberg mich nun fragen würde, ist das ok, wenn ein Kind einen Becher [Fruchtjoghurt für Kinder mit 13,2g Zucker auf 100g] davon nun essen würde, dann würde ich sagen: Ja. Aber es kommt aber darauf an, was ein Kind im Grunde sonst noch an diesem Tag, oder auch in dieser Woche zu sich genommen hat, wie es unterwegs ist, welche <strong>Aktivitäten</strong> es sonst noch hat &#8211; das ist doch der Punkt. Wenn es<strong> im Maße</strong> ist und wir im <strong>Gleichgewicht</strong> sind, dann ist ein solches Produkt völlig in Ordnung.&#8220;</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">Eigenverantwortung, ausgewogene Ernährung:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>&#8222;Einzelne Produkte sind in Ordnung, wenn man sie <strong>nicht übertrieben oft zu sich nimmt</strong>. Es ist natürlich falsch, wenn ein Produkt wie &#8218;Smacks&#8216; dauernd den Kindern zum Frühstück gegeben wird.&#8220;</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">Quelle: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sfd36MU4u9g" target="_blank" rel="noopener">www.youtube.com/watch?v=sfd36MU4u9g</a>&nbsp; (Abrufdatum 22.9.2017)</p>



<p class="has-small-font-size">(Hervorhebungen durch Marc Pendzich)<br>Anmerkung: Hallo Herr Tissen, ich nehme an, Sie haben einen &#8218;Google Alert&#8216; o.ä. und lesen daher diesen Beitrag: Ja, ja, alles nicht falsch, was Sie in der Sendung sagten &#8211; aber man könnte sich &#8211; ganz vielleicht und ganz zart &#8211; auch mal an die eigene Nase fassen. Und bessere Produkte herstellen. Z.B. ohne die Tonnen von diversem billigen Flüssigzucker, der kein Sättigungsgefühl entstehen und uns daher weiter essen lässt.</p>



<p class="has-small-font-size"><strong>Quelle &#8222;sich nicht einstellendes Sättigungsgefühl&#8220;</strong> z.B:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li><a href="https://www.welt.de/gesundheit/article112708412/Fruktose-ueberlistet-das-Saettigungsgefuehl-im-Gehirn.html" target="_blank" rel="noopener">https://www.welt.de/gesundheit/article112708412/Fruktose-ueberlistet-das-Saettigungsgefuehl-im-Gehirn.html</a> (Abrufdatum 25.9.2017)</li>
</ul>



<p class="has-small-font-size">Auch interessant:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li><a href="https://www.foodwatch.org/de/presse/pressemitteilungen/zucker-lobby-beluegt-abgeordnete-des-bundestags-foodwatch-entlarvt-sieben-zucker-mythen-von-lebensmittelindustrie-und-fuehrenden-politikern/" target="_blank" rel="noopener">https://www.foodwatch.org/de/presse/pressemitteilungen/zucker-lobby-beluegt-abgeordnete-des-bundestags-foodwatch-entlarvt-sieben-zucker-mythen-von-lebensmittelindustrie-und-fuehrenden-politikern/</a> (Abrufdatum 25.9.2017)</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>8 </sup><strong>&#8222;Frisch einkaufen&#8220;</strong>, Grundlage der &#8218;Frischephilosophie&#8216; dieses Beitrages:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>Marquardt, Matthias: <em>Warum Laufen erfolgreich macht und Grünkernbratlinge nicht.</em> Spomedia, 2007, S. 80<br>(für Einsteiger) und für Fortgeschrittene:</li>



<li>Marquardt, Matthias: <em>Instinktformel. Das Erfolgsprogramm, das Sie wirklich glücklich macht.</em> Random House, 2012.</li>
</ul>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-small-font-size"><strong>Weitere Quellen, alphabetisch sortiert:</strong></p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list">
<li>Havera, Herbert (2020): &#8222;Börsenlexikon: Nahrungsmittelbranche&#8220;, <em>Finanzen 100/Focus online</em>, 22.10.2020, online unter <a href="https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/boerse/nahrungsmittelbranche_H510798653_10971108/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/boerse/nahrungsmittelbranche_H510798653_10971108/</a> (Abrufdatum 28.6.2021)</li>



<li>Kopatz, Michael (2016): <em>Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten</em>. München: oekom Verlag.</li>



<li>Zinkant, Kathrin (2015): „Ernährung: Bleibt nur die Hühnerbrust“. in: <em>Süddeutsche Zeitung</em>, 26.10.2015, online unter <a href="https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-bleibt-nur-die-huehnerbrust-1.2708701/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ernaehrung-bleibt-nur-die-huehnerbrust-1.2708701/</a> (Abrufdatum 2.10.2019)</div></div></li>
</ul>



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<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="LEkeOtnqoN"><a href="https://lebelieberlangsam.de/veraenderung-als-einzige-konstante-der-geschichte">Veränderung als einzige Konstante der Geschichte</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Veränderung als einzige Konstante der Geschichte&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/veraenderung-als-einzige-konstante-der-geschichte/embed#?secret=C6v79js17E#?secret=LEkeOtnqoN" data-secret="LEkeOtnqoN" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
</div></figure>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Veränderung als einzige Konstante der Geschichte</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/veraenderung-als-einzige-konstante-der-geschichte</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2022 10:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://lebelieberlangsam.de/?p=532</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Diskussionen mit meinen Mitmenschen, bei Partygesprächen und beim Scannen des virtuellen Blätterwaldes bin ich immer wieder aufs Neue überrascht, für wie alternativlos und unvermeidbar die meisten Menschen das derzeitige Ökonomie-, Gesellschafts- und Finanzsystem, ja, sogar die existenzielle Ökokrise (Klima/Massenaussterben)...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-636" width="512" height="342" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-300x200.jpg 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-768x512.jpg 768w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-1536x1024.jpg 1536w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-2048x1365.jpg 2048w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-1040x693.jpg 1040w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Die-einzige-Konstante-ist-die-Veraenderung-markus-spiske-p2Xor4Lbrrk-unsplash-640x427.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Vor ein paar Jahren hätte sich dieser Mann mutmaßlich nicht vorstellen können, mal mit einem Pappschild um den Hals bei einer FFF-Demo zu demonstrieren: Die einzige Konstante im Leben ist: Veränderung. &#8211; unsplash &#8211;</figcaption></figure></div>


<p>In Diskussionen mit meinen Mitmenschen, bei Partygesprächen und beim Scannen des virtuellen Blätterwaldes bin ich immer wieder aufs Neue überrascht, für wie alternativlos und unvermeidbar die meisten Menschen das derzeitige Ökonomie-, Gesellschafts- und Finanzsystem, ja, sogar die existenzielle Ökokrise (Klima/Massenaussterben) halten.<br>Und das, obwohl wir den Ast, auf dem wir sitzen, bereits halb durchgesägt haben und das <em>Weiter-So</em> die schlechteste aller Varianten darstellt.</p>



<p>Dass eine Welt ohne Mehr-Mehrverbrauch, Steigergungslogiken und Finanzialismus (und ohne persönliches Hamsterrad) möglich sein könnte, scheint vielen Menschen offensichtlich nicht einmal <em>denkbar</em>.</p>



<p>Der Soziologe Hartmut Rosa zielt in die gleiche Richtung, wenn er sagt:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;Das Erstaunlichste unserer modernen Gesellschaft ist, dass es uns viel leichter fällt, uns das Ende der Welt auszumalen als eine Alternative zu unserem herrschenden ökonomischen, politischen und kulturellen System. &#8230; Und es ist auch nicht so, dass es keine Alternativideen gäbe &#8230; aber es gibt momentan scheinbar keine [Idee], die uns kollektiv zu packen vermag und einer Mehrheit auch plausibel vorkommt. Vielleicht liegt unser Problem darin, dass wir zu schnell eine Antwort wollen. &#8230; Unser Problem liegt darin, dass wir die richtigen und wichtigen Fragen gar nicht mehr stellen&#8220; (in: Opitz 2011, 253f.)</li></ul>



<p>Und:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;Ich glaube, dass uns wahrscheinlich nichts einfallen wird, solange wir uns in diesem Hamsterrad befinden, weil wir völlig damit beschäftigt sind, unsere gesamten Energien dafür gebunden sind, die Wachstumsbeschleunigung voranzutreiben, also das Rad am Laufen zu halten.&#8220; (in: Opitz 2011, 253)</li></ul>



<p>Naomi Klein beleuchtet den gleichen Sachverhalt aus einem etwas anderem Blickwinkel in der Klimakrisen-Filmdokumentation <em>This Changes Everything</em>. Klein geht davon aus, dass viele Menschen sich die Möglichkeit der Veränderung in Sachen Steigerungslogiken/Mehrverbrauch/Finanzialismus/Globalisierung/Ökokrise nicht vorstellen können, weil sie annehmen, dass diese Systeme/Faktoren mit der Kurzsichtigkeit des Menschen zu begründen seien, somit in der Natur des Menschen lägen und demzufolge nicht zu ändern seien:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;We&#8217;re told that the cause is &#8230; in <em>us</em>. It&#8217;s human nature. &#8230; and if that&#8217;s true, there ist no hope [for us, the earth, the clima].&#8220;</li></ul>



<p>Aber sie fährt fort:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>But &#8230; what, if human nature isn&#8217;t the problem?&#8230; what, if the real problem is a <em>story</em>, one, we&#8217;ve been telling ourselves for 400 years? &#8230; Here&#8217;s how [the story] goes: The earth is not, as most people thought back then, a mother to be feared and revered [=verehrt].</li><li>No. [In the 17th Century,] Science had granted men&nbsp; godlike powers. [They invented the idea:] The earth is a machine and we&#8217;re are its engineers, its masters. We can sculpt it like a country garden. We can extract from it whatever we want. These scientists helped turn the mother into the mother lode [=Rohstoffquelle]. This story is where the long road to global warming began.</li><li>[But:] Unlike human nature, stories are something we can change.&#8220; (Klein, Naomi 2015, s.u.)</li></ul>



<p>Fazit: Uns wurde jahrhundertelang eingetrichtert, dass wir die &#8222;Masters&#8220; der Erde seien und sie als solche&nbsp; bedenkenlos ausbeuten könnten. Doch diese Story sei &#8211; und ich schließe mich Naomi Klein hier unbedingt an &#8211; ein Irrglauben: Wir sind vielmehr <em>Teil</em> der Erde &#8211; wir sind lediglich <em>Gäste</em>, die man auch rausschmeissen kann, wenn sie sich daneben benehmen.</p>



<p>Mit Naomi Klein gedacht stecken wir also tief in dieser von Generation zu Generation weitergereichten &#8222;Story&#8220; und im Zeitgeist, so tief, dass wir uns gar nicht vorstellen können, dass Alternativen zu unserer Gesellschaft und zu unserem Ökonomiesystem möglich wären, das alles auch ganz anders sein könnte.</p>



<p>Natürlich könnte es anders sein.</p>



<p>Alles könnte immer auch anders sein.</p>



<p>Es ist sogar <em>offensichtlich</em>: Wir Menschen sind ultra-flexibel, wie ein Blick in die Geschichte der Menschheit sowie in verschiedene frühere und heutige indigene Kulturen zeigt.</p>



<p>Und in der Menschheitsgeschichte kam es immer wieder große Veränderungen, Umwertungen, Neuerungen und Umwälzungen. Rückblickend kommen uns die Dinge, die passiert sind, oft plausibel und zwangsläufig vor. Tatsächlich konnten viele Menschen diese kommenden kleinen und großen &#8222;Revolutionen&#8220; &#8211; selbst kurz vorher &#8211; sich mutmaßlich nicht ausmalen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Konnte sich zur Zeit der Pyramiden eine Ägypterin inmitten des sich auf dem Höhepunkt seiner Macht und Stabilität befindlichen ägyptischen Reiches vorstellen, dass die ganze Kultur eines Tages vergehen würde?</li><li>Konnten sich mittelalterliche Kleinbauern vorstellen, dass ihre Nachfahren frei sein würden?<ul><li>Dass &#8222;Geld&#8220; das hauptsächliche Tauschmedium sein würde?</li><li>Dass es irgendwann gesellschaftlich &#8222;angesehen&#8220; sein könnte, reich zu sein? (Im Mittelalter war &#8222;Reichsein&#8220; verpönt.)</li></ul></li><li>Hätte eine Franzosin 10 Jahre vor der französischen Revolution glauben können, dass die Belange seiner Landsleute in einem <em>Parlament</em> entschieden würden?</li><li>Konnten sich Menschen um 1900 vorstellen, dass 150 Jahre später Städte komplett Auto-dominiert sein und der Fußgänger zur auf den Bürgersteig verbannten &#8222;Randerscheinung&#8220; geriete?<ul><li>Dass aus Doppeldeckerflugzeugen, die allzu hart aufschlugen, Großraumflugzeuge würden, in die wir uns (was unser persönliches Überleben betrifft) quasi bedenkenlos hineinsetzen können?</li></ul></li><li>Wer hätte einen Tag vor Gorbatschows Amtsantritt 1985 auch nur einen Pfennig darauf gewettet, dass Deutschland jemals wiedervereinigt würde?</li><li>Und: Als wir &#8222;Kids der 70er&#8220; Ende der 1980er Jahre &#8222;Miami Vice&#8220; schauten &#8211; hätten wir damit gerechnet, dass wir &#8211; wie die beiden Cops &#8211; kollektiv mit Handys/Smartphones durch die Gegend rennen würden und dabei unser <em>gesamtes</em> Kommunikartionsverhalten revolutioniert werden würde?</li></ul>



<p>Ergo: Die Geschichte lehrt, dass dann und wann immer mal wieder große Umschwünge aller Art stattfanden.</p>



<p>Warum sollte das heute und auch zukünftig anders sein? </p>



<p>Ist es nicht sogar geradezu anmaßend, anzunehmen, dass die Geschichte/Geschichtsschreibung &#8211; meinetwegen &#8222;die Entwicklung&#8220; &#8211; mit unserer Generation hinsichtlich Gesellschaft und politischem sowie wirtschaftlichem System an ein Ende gekommen sei?</p>



<p>Das ist schlicht und einfach Quatsch und hat eine Menge damit zu tun, dass wir &#8211; obwohl wir so viel &#8222;entwickelt&#8220; haben &#8211; weiterhin nicht in die Zukunft blicken können.</p>



<p>Übrigens: In Wirklichkeit bleibt <em>nie</em> etwas gleich. Die einzige wirkliche Konstante der Geschichte (und auch Deines Lebens!) ist: Die Veränderung.</p>



<p>Wer weiß, vielleicht sind wir alle morgen? <em>übermorgen? in 10 Jahren?</em> überrascht, dass uns &#8211; Dich und mich &#8211; die Geschichte rechts überholt hat und wir Bürger:innen allesamt über ein Grundrecht auf angstfreie Daseinsvorsorge verfügen. Dass kaum noch private Pkws auf den Straßen fahren. Dass es ein indivuelles, nicht veräußerbares CO<sub>2</sub>&#8211; und Ressourcenbudget gibt. Dass wir mehr Zeit fürs Wesentliche haben und dem Hamsterrad des Dringlichkeitskults entkommen sind. Und Zeit haben. Für uns. Selbst.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>





<p class="has-small-font-size">PS:<br>Der <em>Spiegel</em>-Autor Christian Stöcker bezeichnet die angebliche Nicht-Veränderbarkeit des Status quo&nbsp; als</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>&#8222;die nachhaltigste Lüge all jener, die sich mit dem menschengemachten Klimawandel lieber nicht auseinandersetzen wollen&#8220; (2017).</li></ul>



<p class="has-small-font-size">Diese Lüge (=Teilaspekt von Klein&#8217;s &#8218;Story&#8216;) lautet:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>&#8222;Das ist doch alles viel zu teuer. Aus der Kohleverstromung aussteigen, Alternativen zum Verbrennungsmotor finden, Industrie-Produktion CO<sub>2</sub>-neutral gestalten&#8230;&#8220;</li></ul>



<p class="has-small-font-size">Stöcker geht im gleichen Artikel noch weiter und zeigt, weshalb die Mär von den &#8222;Mehrkosten&#8220; (ha!: Märkosten!) nicht nur unwahr sei, sondern vielmehr umgekehrt sogar das Gegenteil richtig sei: Es sei erwiesen, dass es wesentlich teurer ist, an den alten Techniken festzuhalten.</p>



<p class="has-small-font-size">PPS: Nelson Mandela wird der folgende Satz zugeschrieben:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>&#8222;Es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist.&#8220;</li></ul>



<p class="has-small-font-size">In einer bundesdeutschen Lebensumgebung, die von der mentalen Beamten-Mikado-Doktrin &#8222;Wer sich bewegt hat verloren&#8220;-<em>Weiter-so</em>-&#8222;Was nicht geht, geht nicht&#8220; beherrscht zu sein scheint, ist das ein in meinen Augen extrem wohltuender Satz.</p>



<p class="has-small-font-size">&gt;&gt; s.a. <a href="https://leitlinien4future.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://leitlinien4future.de/</a></p>





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<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 3. Oktober 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



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<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span> Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Florian Opitz (2011): <em>Speed – auf der Suche nach der verlorenen Zeit.</em> (auch als gleichnamige Film-Doku veröffentlicht): Interview mit Hartmut Rosa.</li><li>Naomi Klein (2015): <em>This Changes Everything.</em> Documentation, DVD.</li><li>Stöcker, Christian (2017): &#8222;Armut und Klima. Ich mach mir die Welt, wie sie mir nicht gefällt&#8220;. in: <em>Der Spiegel</em>, 1.10.2017, <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/donald-trump-und-die-afd-ziele-die-den-migrationsdruck-erhoehen-werden-a-1170595.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/donald-trump-und-die-afd-ziele-die-den-migrationsdruck-erhoehen-werden-a-1170595.html</a> (Abrufdatum: 3.10.2017) </div></div></li></ul>



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<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="zvcoATSmgQ"><a href="https://lebelieberlangsam.de/normbiografie-vs-innere-stimme-aufschieben-contra-hier-und-jetzt">Normbiografie vs. innere Stimme &#8211; Aufschieben contra &#8218;Hier und Jetzt&#8216;</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Normbiografie vs. innere Stimme &#8211; Aufschieben contra &#8218;Hier und Jetzt&#8216;&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/normbiografie-vs-innere-stimme-aufschieben-contra-hier-und-jetzt/embed#?secret=4zcay7Pi5A#?secret=zvcoATSmgQ" data-secret="zvcoATSmgQ" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>Normbiografie vs. innere Stimme &#8211; Aufschieben contra &#8218;Hier und Jetzt&#8216;</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/normbiografie-vs-innere-stimme-aufschieben-contra-hier-und-jetzt</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2022 10:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tagtäglich feilen viele Bundesbürger:innen an ihrer &#8218;Normbiografie&#8216;, an der Erfüllung eines Ideals, dass viele Menschen in Deutschland mit &#8222;zwei Einkommen, Ehe, zwei Kinder, ein Haus im Grünen, zwei Autos, regelmäßige Flugreisen&#8220; umschreiben. Und als wäre das nicht schon ein übergroßes...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://lebelieberlangsam.de/normbiografie-vs-innere-stimme-aufschieben-contra-hier-und-jetzt">Normbiografie vs. innere Stimme &#8211; Aufschieben contra &#8218;Hier und Jetzt&#8216;</a> erschien zuerst auf <a href="https://lebelieberlangsam.de">LebeLieberLangsam.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-1024x771.jpg" alt="" class="wp-image-271" width="512" height="386" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-1024x771.jpg 1024w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-300x226.jpg 300w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-768x578.jpg 768w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-1536x1156.jpg 1536w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-2048x1541.jpg 2048w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-1040x783.jpg 1040w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2021/06/sangga-rima-roman-selia-VkNrl7ZHi5M-unsplash-640x482.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption>Autofahrende <em>HöherSchnellerWeiters </em>haben es i.d.R. vergessen: Was könnte schöner sein als Schnee? &#8211; slow down &#8211; lebelieberlangsam (unsplash)</figcaption></figure></div>



<p>Tagtäglich feilen viele Bundesbürger:innen an ihrer &#8218;Normbiografie&#8216;, an der Erfüllung eines Ideals, dass viele Menschen in Deutschland mit &#8222;zwei Einkommen, Ehe, zwei Kinder, ein Haus im Grünen, zwei Autos, regelmäßige Flugreisen&#8220; umschreiben. Und als wäre das nicht schon ein übergroßes Gesamtpaket &#8211; es gilt ja auch noch in die Stadt pendelnd die Karriere weiter aufzubauen und ganz, ganz viel optimierten Freizeitspaß zu haben. Ok, ich pointiere.</p>



<p>Aber im Ernst: Wer obiges Programm geschafft hat, hat es nach eigener Ansicht geschafft, hat es geschafft auch in den Augen vieler Anderer &#8211; und ich fürchte, viele von denen die es auf diese Weise geschafft haben, sind dann auch geschafft.</p>



<p>Wozu das alles?</p>



<p>Wozu? &#8211; Wenn doch die innere Stimme oftmals gegen an wispert und etwas ganz anderes möchte?</p>



<p>Im Vergleich zum alltäglichen Lärm da draußen mag diese innere Stimme eher leise sein und so können wir sie durchaus überhören &#8211; aber es ist wie mit der Erderhitzung: Nur weil man etwas leugnet, ist es damit aber noch lange nicht weg. Und kommt wieder. Und das u.U. lauter, schmerzhafter und kräftiger denn je.</p>



<p>Das wissen wir. Theoretisch. Und vielleicht hat der eine oder andere sogar Bronnie Wares Buch <em>Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen</em> gelesen. Da steht das ebenfalls &#8211; überdeutlich! &#8211; drin.</p>



<p>Kernaussage Ware&#8217;s: Sehr viele Sterbende wünschten, in ihrem Leben die Prioritäten anders gesetzt zu haben: mehr und intensivere soziale Kontakte, mehr Mut die eigenen Bedürfnisse zu leben &#8211; und sie wünschten Beruf, Besitz und Geld weniger wichtig eingeschätzt zu haben.</p>



<p>Wir wissen es, die innere Stimme bestätigt es &#8211; und doch bleiben wir meist auf den ausgetretenen Pfaden. Wir vertrösten unsere Sehnsüchte, unsere Träume auf: später. Verschieben sie in die Zukunft. Immer wieder.</p>



<p>Ich glaube, &#8218;Aufschieben&#8216; ist eine verdammt schlechte Idee. Natürlich gehen Eltern kleiner Kinder weniger oft ins Kino, das ist eine Phase! &#8211; aber die eigenen Sehnsüchte, Bedürfnisse und Ideen immer, immer wieder und immer weiter in die Zukunft zu verfrachten ist eine riskante Taktik. Weil wir nicht wissen, was uns die Zukunft bringen wird.</p>



<p>Warum schieben wir dennoch auf?</p>



<p>Auf diese Frage gibt es sicher mehrere Antworten &#8211;</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8217;soziale Anerkennung&#8216;,</li><li>die eigene Erziehung/Sozialisation und</li><li>gesellschaftliche Aspekte bis hin</li><li>zur tausendsten täglich unbewusst wahrgenommenen Plakatwand, die mit unseren Sehnsüchten spielt,</li></ul>



<p>sind sicher Aspekte.</p>



<p>Aber eine weitere Antwort, warum wir die wirklichen Bedürfnisse aufschieben zugunsten der oben skizzierten Normbiografie, lautet: Weil wir uns absichern wollen. Viele von uns wollen: Sicherheit.</p>



<p>Ich habe eine schlechte Nachricht: Es gibt keine Sicherheit. Sie hat es nie gegeben, es gibt sie nicht, sie wird es niemals geben. Sicher ist einzig ist die Veränderung, dass nichts so bleibt, wie es ist. (s.a. LLL-Beitrag <a href="https://lebelieberlangsam.de/veraenderung-als-einzige-konstante-der-geschichte">&#8222;Veränderung als einzige Konstante der Geschichte&#8220;</a>)</p>



<p>Wir bekommen keine Garantien für gar nichts, weder für Gesundheit, Karriere noch Beziehung &#8211; wir können vernünftig und vorausschauend leben, aber <em>sichern</em> im eigentlichen Sinne können wir sie nicht:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Der sicherste Weg, seine Beziehung zu ruinieren, ist m.E. zu versuchen, dass sie immer genauso bleibt, wie sie gerade jetzt ist. Sie erstarrt &#8211; und finito.</li><li>Es gibt (abseits des Beamtentums) keinen sicheren Arbeitsplatz &#8211; egal wie viel Loyalität und Energie wir in die Firma einbringen, wenn die Zeiten sich <em>ändern </em>(!), wenn es hart auf hart kommt, wird man uns entlassen.</li></ul>



<p>Das starke Sicherheitsbedürfnis gerade der Deutschen &#8211; &#8218;German Angst&#8216; &#8211; hat, wie der englische Ausdruck es nahelegt, tatsächlich etwas mit Ängsten zu tun. Und wie verstärkt man Ängste? Durch Rückzug und Vermeidungsverhalten, d.h. durch die &#8222;sichere Variante&#8220; des (Nicht-)Handelns.</p>



<p>Sicherheit zu wählen verstärkt tendenziell Ängste und damit absurderweise die Unsicherheit. Irgendwann traut man sich aus seinem dreifach alarmgesicherten Haus u.U. gar nicht mehr raus.</p>



<p>Andersherum: Was ist die Standardbehandlung gegen Ängste? Herantasten an die angstmachende Situation, evtl. Konfrontation mit der angstauslösenden Situation, manchmal hilft nur der Sprung ins kalte Wasser.<em> (Anmerkung: Dies ist kein medizinischer, sondern ein sagen wir: philosophischer Text!)</em></p>



<p>Wir haben nur die Gegenwart. Sicherheit ist ein Konzept, dass die Zukunft sichern soll &#8211; und das geht nicht. <em>(Prinzipiell. Ähem, aber bitte nicht gleich morgen sämtliche Versicherungen kündigen &#8211; aber einige könnten bestimmt überdacht werden.)</em></p>



<p>Wenn es also eine wirkliche Sicherheit gar nicht gibt &#8211; wozu ihr dann nachjagen? Warum nicht lernen von den Aussagen von Bronnie Wares Patienten, die uns vorangehen und letztlich doch nur bestätigen, was unsere innere Stimme schon immer gewusst hat?</p>



<p>Es sind gewissermaßen doch eher <em>gute</em> Nachrichten, dass wir mit der &#8218;Sicherheit&#8216; nicht weiterkommen. Dann können wir diesen (durchaus verständlichen) Impuls fallen lassen &#8211; und das ermöglicht uns andere und mehr Handlungsgoptionen. Das gibt uns die Freiheit, die Dinge anders zu machen, die Freiheit, Dinge zu tun, auszuprobieren, Ideen zu folgen, Trial &amp; Error zuzulassen, Scheitern zu dürfen &#8211; und vor allem: All diese Dinge JETZT zu machen und nichts/weniger aufzuschieben, in eine Zeit, von der man nicht weiß, ob sie jemals kommen wird, ob wir sie überhaupt noch erleben und wenn ja: unter welchen gesundheitlichen Umständen.</p>



<p>2raumwohnung textete mal, was Kästner auch schon wusste: &#8222;Das Leben ist lebensgefährlich.&#8220;</p>



<p>Das haben wir emotional vollständig zu akzeptieren. Dann können wir loslassen.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>





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<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 10. Oktober Mai 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



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<p class="has-small-font-size"><strong>Weiterer <em>lebelieberlangsam</em>-Artikel zum Thema: </strong></p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="https://lebelieberlangsam.de/veraenderung-als-einzige-konstante-der-geschichte">Veränderung als einzige Konstante der Geschichte</a></li></ul>





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<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span> Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<p class="has-small-font-size">Manche Dinge las ich lieber quer, aber insgesamt auf jeden Fall erkenntnisreich:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Ware, Bronnie (2012): <em>5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben verändern werden.</em> Goldmann.</li></ul>



<p class="has-small-font-size">In die gleiche Richtung zielt Joachim Ringelnatz:</p>



<p class="has-small-font-size">&#8222;Du weißt nicht mehr, wie Blumen duften,<br>Kennst&nbsp; nur die Arbeit und das Schuften &#8211;<br>&#8230; so geh&#8217;n sie hin, die schönsten Jahre,<br>Am Ende liegst Du auf der Bahre<br>Und hinter dir , da grunst der Tod:<br>Kaputtgerackert &#8211; Vollidiot!&#8220;</p>



<p class="has-small-font-size">(zitiert nach: Anselm Grün, Benediktpater, 2008, <em>Vom Zauber der Muße</em>, Kreuz-Verlag, S. 52.)</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">Lebensführung: </p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Wenn bereits ein kleiner &#8218;Anarchist&#8216; in Dir schlummert, weckst Du ihn garantiert mit:<br>Tom Hodgkinson: <em>Die Kunst, frei zu sein. Handbuch für ein schönes Leben.</em> (2009).</li><li>Inspirierend, philosophisch, gut greifbar und entgegen des Titels m.E. nicht <em>zu </em>esoterisch:<br>Sergio Bambaren. <em>Lebe Deine Träume! Der Weg zu einem wahrhaft glücklichen Leben.</em> 2016.</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">Zitat von 2Raumwohnung stammt aus:<br><em>Der letzte Abend auf der Welt</em> (auf &#8218;Lasso&#8216;, 2010)</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Frank Berzbach verweist in seinem Buch &#8222;Die Kunst ein kreatives Leben zu führen.&nbsp; Anregung zur Achtsamkeit&#8220; (2013, S. 161) auf Erich Kästner, der mal bemerkte: &#8222;Leben ist immer lebensgefährlich&#8220;.</div></div></li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">&gt;<em>&gt; nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="wL6K2Dnh0h"><a href="https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-lobbyismus">Ich brauch das alles nicht. Heute: Lobbyismus</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Ich brauch das alles nicht. Heute: Lobbyismus&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-lobbyismus/embed#?secret=o5IVxioTVt#?secret=wL6K2Dnh0h" data-secret="wL6K2Dnh0h" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>Ich brauch das alles nicht. Heute: Lobbyismus</title>
		<link>https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-lobbyismus</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MonsieurDupont]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Jan 2022 10:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[LebeLieberLangsam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://lebelieberlangsam.de/?p=536</guid>

					<description><![CDATA[<p>Lieberlangsam zu leben bedeutet m.E. auch, im Sinne Immanuel Kants mündig1 zu sein, also Informationen, Medienberichte und Werbebotschaften regelmäßig kritisch zu hinterfragen. Die Frage zu jeder Information, die wir erhalten, lautet: &#8222;Im Übrigen sollten Sie auch keinem Experten vertrauen, bevor...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vertrau-dem-Lobbyisten-Photo-by-Derek-Thomson-on-Unsplash-640x360-1.jpg" alt="" class="wp-image-659" width="480" height="270" srcset="https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vertrau-dem-Lobbyisten-Photo-by-Derek-Thomson-on-Unsplash-640x360-1.jpg 640w, https://lebelieberlangsam.de/wp-content/uploads/2022/04/Vertrau-dem-Lobbyisten-Photo-by-Derek-Thomson-on-Unsplash-640x360-1-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px" /><figcaption>Lobbyisten sind altrustische Menschen, die jederzeit das Gemeinwohl im Zentrum ihres Handelns sehen &#8211; unsplash</figcaption></figure></div>



<p><em>Lieberlangsam</em> zu leben bedeutet m.E. auch, im Sinne Immanuel Kants <em>mündig</em><sup>1</sup> zu sein, also Informationen, Medienberichte und Werbebotschaften regelmäßig kritisch zu hinterfragen. Die Frage zu <em>jeder </em>Information, die wir erhalten, lautet:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;Im Übrigen sollten Sie auch keinem Experten vertrauen, bevor Sie nicht recherchiert haben, woher die betreffende Person ihr Einkommen bezieht.&#8220; (Spitzer 2014, S. 318 zitiert in Kreiß 2015, S. 135)</li></ul>



<p>Das können wir selbstredend nicht immer leisten. Zum Beispiel habe ich mir soeben verkniffen, nachzuforschen, woher Manfred Spitzer seine verschiedenen Einkünfte bezieht. Aber, trotzdem: </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Diesen Gedanken im Hinterkopf zu behalten ist eine gute Methode, um den notwendigen Abstand zu Informationen zu bewahren.</li></ul>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>Transparenz durch Offenlegung:<br>Ich beziehe mein Einkommen ausschließlich aus meinen Tätigkeiten rund um die Musik, d.h. als Musiker, als Autor und als freier Dozent. Ich habe weder einen Sponsor noch einen Mäzen.</em></p>





<p>Also, in diesem Sinne, rein ins Thema <em>Lobbyismus</em>:</p>



<p>Wenn manche Männer schon z.B. auf die Frage der <em>Herzilein</em>-Ehefrau, wie viel Bier sie gestern in der <em>Wirtschaft</em> getrunken haben, zur diplomatischen Untertreibung neigen &#8211; wie kommen wir auf die Idee, dass es in der globalisierten Ökonomie bzw. den Finanzmärkten anders sein könnte, wenn es um extrem hohe Geldbeträge, Umsätze und Gewinne geht? Wie kommen wir auf den Gedanken, ein milliardenschwerer, dem S<em>hareholer Value</em> verpflichteter Konzern könnte uns aufrichtig und ethisch fundiert die <em>Wahrheit und nichts als die Wahrheit </em>mitteilen über die Unbedenklichkeit seiner Produkte?</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;Geld regiert die Welt.&#8220; </li></ul>



<p>haben wir als Sprichwort verinnerlicht. Aber so richtig klargemacht machen wir uns den Satz anscheinend doch nicht &#8211; oder lassen wir uns gern belügen?</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Über die Tatsache einer existenziellen Ökokrise (anthropogene Klimakrise + Sechstes Massenaussterben) gibt es wissenschaftlich gesehen keinen Zweifel.</p>



<p>Trotzdem es wissenschaftlich gesehen <em>evident </em>ist, tauchen &#8211; einer Hydra gleich &#8211; ungezählte industrienahe Studien und angebliche &#8222;Expert:innen&#8220; auf, die seit Jahrzehnten stets das Gegenteil behaupten und damit die existenzielle Ökokrise zwar nicht widerlegen (können), aber das Wichtigste überhaupt erreichen: Zweifel sähen.</p>



<p>&#8218;Zweifel sähen&#8216; reicht nämlich locker aus: Weil für jeden Menschen, der </p>



<ul class="wp-block-list"><li>etwas zu verlieren hat &#8211; also gefühlt: fast alle Menschen, die jemanden kennen, der:dem es (noch) schlechter geht</li><li>seine Konsumgewohnheiten nicht ändern möchte, </li></ul>



<p>jede Nachricht, es sei doch alles nicht soooo schlimm oder es hätte noch Zeit, eine <em>gute </em>Nachricht ist. </p>



<p>Würden wir uns dem Thema tatsächlich stellen, hätte das tiefgreifende Folgen für unser tägliches Leben. </p>



<p>Wer will das schon.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p>Hier aber mal eine Zahl:</p>



<p>Naomi Klein zitiert in ihrem Buch &#8222;Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima&#8220; eine Studie, derzufolge </p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;klimaspektische Denkfabriken [Think Tanks] und andere Lobbygruppen &#8230; insgesamt über 900 Millionen Dollar jährlich&#8220; (2015, S. 61) aus dem Umfeld fossiler Industrien und teilweise &#8222;dunklen Quellen&#8220; (ebd.) erhalten &#8211; um eben das Meinungsbild der Öffentlichkeit auf &#8218;pro Öl&#8216;&nbsp;gestellt zu lassen.</li></ul>



<p>Da lässt sich nur erahnen, wie viel Geld mit Öl, Gas und Kohle jährlich verdient wird, wenn die Produzenten so viel Geld in den Erhalt des Status quo stecken.</p>



<p>Ist <em>Lüge</em> ab einem bestimmten &#8222;zu viel Geld&#8220; nicht schon fast einprogrammiert?</p>



<p>Und, selbst wenn die Lüge nicht ewig wirken sollte: Jedes weitere Jahr, dass man ungehindert fossile Energien, oder auch schädigende Chemiestoffe, schlechte Medikamente, Tabakwaren, Zivilisationskrankheiten provozierende Fertignahrung etc. pp.&nbsp; pp. pp. verkaufen kann, bedeutet: Milliardengewinne. Für Unternehmen. Für Aktionär:innen. Für Rentenfonds und aktuelle/künftige Renter:innen. </p>



<p>Sind nicht schon allein diese jährlich 900 Mio US-$ für sich genommen ein <em>deutlichster</em> Hinweis, dass wir Klimaschwurbler:innen</p>



<ul class="wp-block-list"><li>nicht glauben schenken dürfen,</li><li>äußerst kritisch bleiben müssen und im Gegenteil</li><li>bis auf Weiteres davon auszugehen haben, dass hier mit <em>zu viel Geld </em>die öffentliche Meinung manipuliert wird und</li><li>somit anzunehmen ist, dass das Gegenteil richtig ist und demzufolge ein gigantischer Handlungsbedarf besteht?</li></ul>



<p>Anders ausgedrückt: </p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wie sähe die öffentliche Wahrnehmung rund um die anthropogene Klimakrise aus, wenn nicht seit vielen Jahren pro Jahr 900 Mio US-$ in die Beeinflussung der US-amerikanischen öffentlichen Meinung gesteckt würden?</li></ul>



<p>Wenn uns also die Lobbyist:innen der deutschen Autoindustrie [im Jahre 2017] erklären, dass E-Autos nicht ausgereift sind oder auf die ungünstige Öko-Bilanz von Akkus hinweisen &#8211; dann sind schlicht und einfach von vorne herein, prinzipiell und grundsätzlich Zweifel angebracht. Einfach, weil zu viel Geld drin steckt, als das wir blind vertrauen sollten.</p>



<p>Aber auch hier gilt exakt das Gleiche wie für die existenzielle Ökokrise: Die Botschaft der Autoindustrie ist die Bequemere für uns.</p>



<p>Und selbst wenn die Autoindustrie für den Moment nicht ganz unrecht haben sollte: Kann das ein Argument dafür sein, NICHT auf die Weiterentwicklung der Technik zu setzen? Als Anfang des 20. Jahrhunderts das Fliegen mit Doppeldecker-Propeller-Flugzeugen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Absturz endete &#8211; hat man davon der schnellen und intensiven Weiterentwicklung von Flugzeugen abgelassen?<sup>3</sup></p>





<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1"><em>Kleiner Exkurs: Das Konzept für eine Mobilitätswende kann m.E. nicht darin bestehen, Benziner/Dieselmotoren per &#8222;Antriebswende&#8220; 1:1 durch E-Autos oder Hybride auszuwechseln. Insbesondere für die Städte gilt, dass eine wirkliche, ökologische Mobilitätswende hin zu mehr (und günstigerem) ÖPNV, hin zu Fahrrädern, E-Bikes, Leihsystemen und Car-Sharing von Nöten ist. Weitere Stichpunkte: Geändertes Arbeits-, Freizeit- und Reiseverhalten, lebenswerte Stadt, Vision Zero, Entsiegelung der Stadt wg. Extremwetter und Nachverdichtung.</em></p>



<p class="has-text-color has-small-font-size" style="color:#0071a1">&gt;&gt; siehe unten: Forderung nach einer grundlegenden Mobilitätswende durch den <em>Verkehrsclub Deutschland</em> (VCD) und durch <em>Greenpeace</em>.</p>





<p>Das Muster der Strategien und Argumentationslinien von Lobbyist:innen <em>jeder</em> Branche und <em>jeder</em> Industrie <em>ist immer</em> das gleiche: Zweifel streuen, relativieren, andere Gründe hervorheben, das Recht auf die Freiheit des Konsumenten beteuern. Freie Meinungsäußerung für jeden &#8211; selbstredend auch für Lobbyisten &#8211; ist eine gute Sache&#8230; Aber es ist grotesk, dass wir uns von Meinungen, die von Leuten gestreut werden, deren Aufgabe es ist, eine bestimmte Meinung zu lancieren, doch offensichtlich recht leicht manipulieren lassen.</p>



<p>Naja, wenn es dem entspricht, was wir gerne hören möchten? Weil es bequemer ist?</p>



<p>Besonders augenfällig ist die leichte Manipulation der öffentlichen Meinung im Bereich der Nahrungsmittelindustrie. Beim Thema Ernährung kommt erschwerend hinzu, dass seriöse Wissenschaftler nur&nbsp; begrenzt in der Lage sind, zu benennen, was eine gesunde Ernährung tatsächlich <em>en détail</em> ausmacht. Also sind Tür und Tor geöffnet für die Lobbyisten, die uns in etwa folgendes mitteilen:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8218;Ein (Fastfood-Restaurant-)Cheeseburger ist nicht gesundheitsgefährdend &#8211; und wir Unternehmer können nichts dafür, wenn die Kunden so unvernünftig sind, sich fünf auf einmal davon reinzuziehen. Und seht her, wir sind die Guten, wir bauen sogar Spielplätze für die Kleinen, damit sie ihren Cheeseburger auch gleich wieder kalorientechnisch verwerten (können)&#8216;.</li></ul>



<p class="has-small-font-size">&gt;&gt; vgl. LLL-Beitrag <a href="https://lebelieberlangsam.de/ich-brauch-das-alles-nicht-heute-industrielle-nahrung">Ich brauch das alles nicht. Heute: industrielle Nahrung</a></p>



<p>Und scheiße, sie haben recht: <em>Ein </em>Cheeseburger ist zu wenig, um zu schaden. Fakt ist trotzdem, dass die Menschen der westlichen Industrienationen immer fettleibiger und damit anfälliger für die sog. Zivilisationskrankheiten werden. Hier ist die Politik gefragt. Und die ist nicht mal in der Lage, etwas Selbstverständliches durchzusetzen: Die Volldeklaration von Nahrungsmitteln. Wir wissen im Grunde genommen nicht, was wir essen, wenn es um weiterverarbeitete Nahrungsmittel geht.</p>



<p>Ich staune immer wieder, dass Lobbyist:innen &#8211; in vielen Fällen professionelle Lügner:innen &#8211; ruhig schlafen können.</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Wenn &#8218;ich&#8216; &#8211; und &#8218;ich&#8216; bin sogar Experte auf dem Gebiet &#8211; einerseits tagtäglich Produkt <em>xy</em> verteidige als &#8222;für sich genommen völlig unproblematisch&#8220; und andererseits natürlich genau weiß, dass die Diabetes-Zahlen, Fettleibigkeit, die Anzahl von Fettleber-Opfern, die Zivilisationskrankheiten etc. pp. rasant ansteigen. (All das braucht der Autor dieses Beitrages nicht zu belegen: Es ist trivial. Und allein das ist: eine Schande.)</li><li>Wenn &#8218;ich&#8216; weiß, dass jährlich aufgrund der Stickoxide und des Feinstaubes allein in Deutschland statistisch gesehen mehr als 10.000 Menschen<sup>2</sup> vorzeitig und vermeidbar sterben und trotzdem auf Dinosauriertechniken (=fossil betriebene Motoren) beharre. (diverse Quellen belegen dieses Todesfälle, sie berufen sich i.d.R. auf eine Studie der European Environment Agency (EEA) der EU.)</li><li>Wenn &#8218;ich&#8216; weiß, dass die menschengemachte Klimakrise maßgeblich auf der Verbrennung von fossilen Brennstoffen beruht und ich trotzdem tagtäglich wider besseres Wissen das komplette Gegenteil behaupte und z.B. von Sonnenflecken oder von &#8222;Klimaschwankungen hat es immer gegeben&#8220; fasele. (vgl. z.B. Naomi Klein 2015, S. 45 ff.)</li><li>Wenn &#8218;ich&#8216; weiß, dass Geo-Engineering<sup>4</sup> mit absolut unkalkulierbaren Risiken verbunden ist, aber es propagiere, um ja nichts an der Lebensweise der wenigen Wohlstandsländer ändern zu müssen bzw. mein Geschäftsmodell nicht verliere. (vgl. Schrader im <em>Spiegel </em>2017, Klein 2015, S. 281ff.)</li><li>Wenn &#8218;ich&#8216; weiß, dass &#8218;ich&#8216; im Globalen Süden mit meiner Wasserpumpstation dem unmittelbar daneben liegenden Dorf das Wasser abpumpe, sodass die Dorfbewohner:innen kein Wasser mehr für ihre Felder und nichts zu Trinken haben, nur um den reichen Städter:innen des Landes ebendieses Wasser als &#8218;Pure Life&#8216; zu verkaufen (&gt;&gt; so habe ich es entnommen der nicht vom Markt geklagten Doku <em>Bottled Life</em> über Nestlé).</li></ul>



<p>Das Geld, das möglicherweise <em>viele</em> Geld, dass &#8218;ich&#8216; für meine Arbeit erhalte, ist: schmutzig. An ihm klebt Blut, oft sogar viel, viel Blut.</p>



<p>Wie können diese Leute ruhig schlafen?</p>



<p>Anscheinend bin ich naiv.</p>



<p>Naja, vielleicht sind deshalb Manager:innen-Gehälter so pervers hoch. Weil sonst das Schmerzensgeld nicht reichen würde.</p>



<p>Oder läuft das wie beim Militär/im Krieg, wo manche:r ausführende Soldat:in als Befehlsempfänger:in wenig/keine Verantwortung dafür fühlt, was sie:er mit ihrer:seiner Waffe anrichtet? Und die:der Ranghöhere sich auf die:den nächst Ranghöhere:n beruft? Und die:der höchste Befehlshaber:in nie ein Schlachtfeld von Nahem gesehen hat und für den die Folgen ihrer:seiner Befehle abstrakt bleiben und sie:er offensichtlich ebenfalls durch den Abstand bedingt kaum Verantwortung fühlt (sie:er hat ja persönlich niemanden umgebracht)?</p>



<p><em>Cut.</em></p>



<p>Was macht ein Unternehmen, das sicherstellen will, dass die:der gekaufte Wissenschaftler:in in der öffentlichen Wahrnehmung als absolut verlässlich gilt?&nbsp; Dass seine Aussagen erhebliches Gewicht haben und nicht in Frage gestellt werden?</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Man suche sich eine:n Wissenschaftler:in, die:der bereits einen Betrugsskandal, z.B. die Vertuschungen der Tabakindustrie bzgl. des Zusammenhanges zwischen Lungenkrebs und Rauchen, aufgedeckt hat und somit allgemein als unbestechlich gilt.</li><li>Wenn diese:r Wissenschaftler:in dann zugunsten der heutigen <em>Bayer</em>-Tochter <em>Monsanto </em>Chemiestoffe &#8222;freispricht&#8220;, insbesondere Dioxin im Jahre 1985 als &#8222;im Tierversuch höchstens schwach karziogen&#8220; (Kreiß 2015, S. 42, vgl. Robin 2008) beschreibt (ähem, das Zeug ist <em>devil</em>!), dann ist das bis auf Weiteres ein Freifahrtschein für<ul><li>viele weitere Jahre Geldverdienen auf der einen und</li><li>Menschenleiden auf der anderen Seite.</li></ul></li><li>Erst nach dem Tod des hier gemeinten &#8218;Wissenschaftlers&#8216; 2007 &#8222;wurde aufgedeckt, dass [er] 20 Jahre lange im Geheimen für <em>Monsanto </em>gearbeitet hatte. In den Archivakten fand sich ein Brief vom April 1986 von <em>Monsanto</em>, aus dem hervorging, dass der Arbeitsvertrag [mit dem Forscher] in Höhe von 1500 Dollar pro Tag [!] bestätigt wurde&#8220; (Kreiß 2015, S. 42, vgl. Bosely 2006 in <em>The Guardian</em>).</li></ul>



<p>Ich möchte schließen mit einem <em>Werbeslogan</em> von <em>Monsanto</em>:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>&#8222;Glyphosat ist weniger giftig für Ratten als in großen Mengen eingenommenes Tafelsalz.&#8220; <br>(Robin 2010, S. 107 zit. in Kreiß 2015, S. 73; auch: Helmut Burtscher-Schaden 2017)</li></ul>



<p>Fazit: Was bedeutet das alles für uns? Verzagen? Die Hände in den Schoß legen?</p>



<p>Nein.</p>



<p>Es bedeutet: Wachsamkeit walten lassen, Transparenz schaffen, Laut geben und das Spiel nicht mitspielen, den eigenen Konsum steuern, aktiv Demokratie leben. Mündig sein.</p>



<p>Marc Pendzich.</p>





<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">Dieser <em>Gedankengang </em>erschien erstmals am 17. Oktober 2017. Zuletzt geändert am 21. April 2022.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>





<p class="has-small-font-size"><strong>Weiterer <em>lebelieberlangsam</em>-Beitrag zum Thema:</strong></p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="https://lebelieberlangsam.de/geld-und-wahrheit-unwahrscheinlich-wesentlich-naheliegender-ist-geld-oder-wahrheit">&#8222;Geld UND Wahrheit?&#8220; Unwahrscheinlich. Wesentlich naheliegender ist: &#8222;Geld ODER Wahrheit&#8220;.</a></li></ul>



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<p><strong>Hinweis</strong>:</p>



<p class="has-small-font-size">Film-Dokumentation &#8222;Roundup &#8211; der Prozess&#8220;:  Es geht um die Machenschaften des heutigen <em>Bayer</em>-Konzerns <em>Monsanto </em>in Sachen &#8222;Glyphosat&#8220; (welches der Wirkstoff von Roundup ist). Ein Thema, dass uns alle direkt etwas angeht.</p>



<p class="has-small-font-size">&gt;&gt; <a href="https://youtu.be/Vi0PzmAdubk" target="_blank" rel="noreferrer noopener">youtu.be/Vi0PzmAdubk</a><br>1:32 h – Film-Doku ‚Roundup – der Prozess‘. [Eine Doku mit einem symbolischen Tribunal gegen Monsanto inkl. diverser Fakten zum Thema ‚Glyphosat‘/‚Roundup‘]. <em>ARTE </em>2017 (Abrufdatum 7.4.2022)</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<div class="su-spoiler su-spoiler-style-default su-spoiler-icon-plus su-spoiler-closed" data-scroll-offset="0" data-anchor-in-url="no"><div class="su-spoiler-title" tabindex="0" role="button"><span class="su-spoiler-icon"></span> Quellen und Anmerkungen</div><div class="su-spoiler-content su-u-clearfix su-u-trim">



<p class="has-small-font-size"><sup>1</sup> Thema &#8222;Mündige Bürger im Sinne Immanuel Kants&#8220;: Inspiriert durch</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Reheis, Fritz (2017): &#8222;Widerstand will gelernt sein&#8220;. in: <em>Erziehung und Wissenschaft.</em> 9/1017, S. 41.</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>2</sup> Thema &#8218;10.000 jährliche vorzeitige Todesfälle allein in Deutschland&#8216;: vgl. Studie der <em>European Environment Agency</em> (EEA) der EU:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="https://www.eea.europa.eu/publications/air-quality-in-europe-2016" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.eea.europa.eu/publications/air-quality-in-europe-2016</a> (Abrufdatum: 16.10.2017)</li></ul>



<p class="has-small-font-size">s.a.</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Drieschner, Frank: „Die ungezählten Toten“. in: <em>Die Zeit,</em> 17.8.2017, Hamburg-Teil, S. 4ff.</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>3</sup> Thema &#8218;Doppeldeckerflugzeuge &#8211; und die Pioniertat des Charles Lindbergh&#8216; vgl. das äußerst kurzweilige, lesenswerte Buch</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Bryson, Bill (2013): <em>Sommer 1927</em>. Goldmann. S. 59ff.</li></ul>



<p class="has-small-font-size">Zu den rasanten Weiterentwicklungen der Flugzeugindustrie (welche dann in die Raumfahrt mündete) vgl. das Buch</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Shetterly, Margot (2017): <em>Hidden Figures &#8211; unerkannte Heldinnen</em>. HarperCollins.<br>(Auch als gleichnamiger Film auf DVD/Blu-ray erhältlich.)</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><sup>4</sup> Thema &#8218;Geo-Engineering&#8216; &#8211; ratet mal, wer bei diesem Thema, dass in seiner Absurdität <em>Fracking</em> noch um Längen schlägt &#8211; und das will etwas heißen &#8211; hier finanziell ganz vorne mit dabei ist:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Schrader, Christopher: &#8222;Debatte um Klima-Manipulationen. Kommt der Sunblocker für die Erde?&#8220; in: <em>Der Spiegel</em>. <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/geoengineering-debatte-kommt-der-sunblocker-fuer-die-erde-a-1172630.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/geoengineering-debatte-kommt-der-sunblocker-fuer-die-erde-a-1172630.html</a> (Abrufdatum: 16.10.2017)</li></ul>



<p class="has-small-font-size">Antwort: Natürlich die fossilen Industrien und die dazugehören ultrakonservativen Stiftungen. Und ebenfalls dabei: lauter sog. &#8218;Grüne Milliardäre&#8216;, vgl. Klein, Naomi (2015). S. 281ff. Bei der Lektüre fällt man vom Glauben ab. Versprochen.</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Boseley, Sarah (2006): &#8222;Renowned cancer scientist was paid by chemical firmfor 20 years&#8220;. in: <em>The Guardian</em>. <a href="https://www.theguardian.com/science/2006/dec/08/smoking.frontpagenews" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.theguardian.com/science/2006/dec/08/smoking.frontpagenews</a> (Abrufdatum: 16.10.2017)</li></ul>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Burtscher-Schaden, Helmut (2017): <em>Die Akte Glyphosat</em>, o.S. Quelle: https://books.google.de/books?id=QqozDwAAQBAJ&amp;pg=PT121&amp;dq=Glyphosat+rats+salt&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=0ahUKEwiDhNGwjvjWAhULtBoKHfrlCsAQ6AEIJjAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false (Abrufdatum: 16.10.2017) [Hier wird der Satz auf englisch zitiert: &#8222;Glyphosate is less toxic to rats than tables salt acute oral ingestion&#8220;.]</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p><em><strong>Weitere Quellen:</strong></em></p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>Klein,&nbsp;Naomi (2015): <em>Kapitalismus vs. Klima. Die Entscheidung</em>. S. Fischer. (s.a. lebelieberlangsam: &#8222;<a href="https://lebelieberlangsam.de/3-books-3-dokus-3-links">3 Bücher 4 u</a>&#8222;) (Der Originaltitel ist besser gewählt: „This Changes Everything: Capitalism vs. The Climate“)</li><li>Kreiß, Christian (2015): <em>Gekaufte Forschung. Wissenschaft im Dienst der Konzerne.</em> Europaverlag.</li><li>Kreiß, Christian (2018): &#8222;Die gekaufte Wissenschaft.&#8220; in: <em>Süddeutsche Zeitung</em>, 24.2.2018, online unter <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/2.220/forschungspolitik-die-gekaufte-wissenschaft-1.3875533" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://www.sueddeutsche.de/wissen/2.220/forschungspolitik-die-gekaufte-wissenschaft-1.3875533</a> (Abrufdatum 28.2.2018)</li><li>Robin, Marie Monique (2008): &#8222;Corruption. L&#8217;affaire Richard Doll&#8220;. in: <em>ARTE.TV</em>, online <a href="https://www.arte.tv/sites/robin/2008/06/21/corruption-laffaire-richard-doll/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.arte.tv/sites/robin/2008/06/21/corruption-laffaire-richard-doll/</a> (Abrufdatum: 16.10.2017)</li><li>Robin, Marie-Monique (2010): <em>Mit Gift und Genen. Wie der Biotech-Konzern Monsanto unsere Welt verändert</em>. Goldmann.</li><li>Schnell, Urs (2012): <em>Bottled Life &#8211; Das Geschäft mit dem Wasser</em>. Doku über die Geschäftspraktiken des Schweizer Konzerns Nestlé.</li><li>Spitzer, Manfred (2014): <em>Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen</em>. Droemer, S. 318. &#8230; wird zitiert in Kreiß, Christian (2015): <em>Gekaufte Forschung. Wissenschaft im Dienst der Konzerne.</em>&nbsp; Eurpoaverlag. S. 135</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><strong>Update. Weiterführender Artikel im Sinne der Ausführungen von Christian Kreiß:</strong></p>



<p class="has-small-font-size">Agarwala, Anant/Zimmermann, Fritz (2018): „Universitäten: Mit freundlicher Unterstützung“. In: <em>DIE ZEIT</em> 11/2018, 7.3.2018</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li><a href="http://www.zeit.de/2018/11/universitaeten-unternehmen-kooperationen-finanzierung-industriekooperation/komplettansicht?print#comments" target="_blank" rel="noreferrer noopener">http://www.zeit.de/2018/11/universitaeten-unternehmen-kooperationen-finanzierung-industriekooperation/komplettansicht?print#comments</a> (Abrufdatum 9.3.2018)</li></ul>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size"><strong>Weiterführendes:</strong></p>



<p class="has-small-font-size">Thema &#8218;Umfassende Mobilitätswende für die Zukunft Deutschlands&#8216;:</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>vgl. Forderungen und Ziele des Verkehrsclub Deutschland (VCD) für ein Bundesmobilitätsgesetz<br><a href="https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz</a> (Abrufdatum: 21.04.2022)</li><li>und eine Studie von <em>Greenpeace </em>zur Mobilitätswende<br><a href="https://www.greenpeace.de/presse/publikationen/verkehrswende-fuer-deutschland" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.greenpeace.de/presse/publikationen/verkehrswende-fuer-deutschland</a> (Abrufdatum: 16.10.2017)</li></ul>



<p class="has-small-font-size">Offenlegung pro Transparenz: Der Autor ist sowohl (non-aktives) Fördermitglied des <em>VCD </em>als auch von <em>Greenpeace</em>.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">Ein äußerst prägnantes Beispiel über die engen Verknüpfungen der deutschen Bundesregierung und der Automobilindustrie, also für unzulässigen Lobbyismus, liefert die sehr sehenswerte Doku</p>



<ul class="has-small-font-size wp-block-list"><li>„Bikes Vs Cars“ (2016, auf DVD)</li></ul>



<p class="has-small-font-size">anhand der Einführung einer von der Industrie m.E. heftig manipulierten Energieklassifizierung für Autos.</p>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">Und last, but garantiert not least ist es vernünftig, im Sinne der Transparenz zu schauen, wie unsere Abgeordneten z.B. im Bundestag ihr Geld verdienen, siehe:</p>



<p class="has-small-font-size"><a href="https://www.abgeordnetenwatch.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.abgeordnetenwatch.de/</a> (Abrufdatum: 16.10.2017)</div></div>



<hr class="wp-block-separator"/>



<p class="has-small-font-size">><em>> nächster Gedankengang:</em></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-lebelieberlangsam-de wp-block-embed-lebelieberlangsam-de"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="GismHGinkM"><a href="https://lebelieberlangsam.de/lebe-ich-fuer-die-arbeit-oder-arbeite-ich-um-zu-leben-das-ist-hier-die-frage">Lebe ich für die Arbeit? Oder arbeite ich um zu leben? Das ist hier die Frage.</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Lebe ich für die Arbeit? Oder arbeite ich um zu leben? Das ist hier die Frage.&#8220; &#8212; LebeLieberLangsam.de" src="https://lebelieberlangsam.de/lebe-ich-fuer-die-arbeit-oder-arbeite-ich-um-zu-leben-das-ist-hier-die-frage/embed#?secret=0wEDxDnZXj#?secret=GismHGinkM" data-secret="GismHGinkM" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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